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Dieser junge Gimpel ist noch nicht selbständig. Er wird von seinen Eltern aber auch ausserhalb des Nestes weiter betreut. | © Marcel Burkhardt / Schweizerische Vogelwarte Sempach

Hände weg von Jungvögeln!            

  • Amanda Buol
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Viele Jungvögel verlassen ihr Nest noch bevor sie richtig fliegen können. Aber auch ausserhalb des Nestes werden sie weiterhin von ihren Eltern gefüttert und umsorgt. Die Schweizerische Vogelwarte empfiehlt daher, Jungvögel dort zu lassen, wo sie sind.

Momentan herrscht in der Vogelpflegestation der Schweizerischen Vogelwarte Hochbetrieb. Täglich werden zahlreiche scheinbar verwaiste Jungvögel eingeliefert. 2015 wurden dort rund 800 Jungvögel aufgezogen. Diese gut gemeinte Hilfe ist aber in den meisten Fällen gar nicht nötig. Im Gegenteil: Oft führt sie dazu, dass gesunde Jungvögel von ihren Eltern getrennt werden.

Ein Jungvogel ist meist nur scheinbar verlassen und hilflos. Er wird auch nach dem Verlassen des Nestes von seinen Eltern weiter gefüttert und betreut. Daher gilt: Jungvögel dort lassen, wo sie sind! Zwar gehe es den Jungen in den Pflegestationen gut und sie können in Ruhe heranwachsen. Jedoch kann ihnen nicht alles beigebracht werden, was sie von ihren Eltern lernen würden, weiss Vreni Mattmann, Tierpflegerin an der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Dies könne sich später negativ auf ihre Überlebenschancen auswirken.

Aber wann ist ein Eingreifen sinnvoll? Die Vogelwarte empfiehlt, Jungvögel grundsätzlich an ihrem Fundort zu lassen. Einschreiten solle man nur, wenn sich ein Vogel in unmittelbarer Gefahr befindet. Sitzt beispielsweise eine junge Amsel auf der Strasse, so kann man sie – auch mit blossen Händen – aufheben und ins nächste Gebüsch tragen. Danach werden die Altvögel sie weiter füttern.

Ist der Jungvogel verletzt oder wird er von den Eltern während einer Stunde nicht mehr gefüttert, bringt man ihn am besten in die nächstgelegene Pflegestation. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach vermittelt dann die entsprechende Adresse.

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