Arbeiterinnen sollen durch Drohnen ersetzt werden - und zwar elektrischen, nicht etwa durch die gleichnamigen männlichen Bienen. | © synaptica1 [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
    Arbeiterinnen sollen durch Drohnen ersetzt werden - und zwar elektrischen, nicht etwa durch die gleichnamigen männlichen Bienen. | © synaptica1 [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

    Haarige Drohnen als Bienen-Ersatz?

    • Mélanie Guillebeau
    • 3

    Das summende Geräusch der Bienen während Frühlings- und Sommermonaten ist uns wohl bekannt. Aber sind es schon bald batteriebetriebene Drohnen, die uns um die Ohren schwirren und unsere Pflanzen bestäuben?

    Honig versüsst uns unser tägliches Stück Brot zum „Zmorgen“, ist aber sozusagen nur das Sahnehäubchen des geleisteten Einsatzes der Bienen. Viel entscheidender ist deren Rolle bei der Bestäubung von Blütenpflanzen, womit sie die Grundlage für ein Drittel unserer Lebensmittel schaffen. Es liegt demnach in unser aller Interesse, die Bienenvölker zu fördern und mit ihnen unser drittwichtigstes Nutztier.

    Umso verheerender ist demnach, der weltweite Rückgang der fleissigen, „pelzigen“ Helfer: Alleine im Jahr 2012 ist die Hälfte aller Honigbienen-Völker in den USA gestorben. Die Gründe sind mannigfaltig, – von Pestiziden, Milben über Habitatsverlust bis hin zu Unterernährung – und in den einzelnen Fällen schwer zu identifizieren. Im Allgemeinen wird vom Bienenvolk-Kollaps (oder Colony Collapse Disorder, CDD) gesprochen.

    Die Roboter-Biene: Drohne, Pferdehaare und Kleber

    Die entwickelte Drohne besetzt mit Pferdehaaren und klebrigem Gel. | © Eijiro Miyak, AIST
    Die entwickelte Drohne besetzt mit Pferdehaaren und klebrigem Gel. | © Eijiro Miyak, AIST

    Für den Fall, dass der Untergang der Bienenvölker nicht aufzuhalten ist, haben japanische Forscher eine Roboter-Biene entwickelt. Als Grundlage dient eine winzige, handelsübliche Drohne, die mit Pferdehaaren bestückt wird. Ein klebriger Gel, der zentrale Bestandteil der Roboter-Biene, hat der Wissenschaftler Dr. Eijiro Miyako bereits vor zehn Jahren, wie es so oft vorkommt, zufällig entdeckt. Dazumal hat Miyako an einem Gel getüftelt, welches Elektrizität leiten sollte. Stattdessen entstand eine extrem klebrige, viskose und, für den ursprünglichen Zweck, unbrauchbare Substanz. Diese hat Miyako während all dieser Zeit, zum Glück kann man sagen, aufbewahrt und nun bei seinen Roboter-Bienen integriert. Die Pferdehaare werden mit der klebrigen Substanz umhüllt, wodurch die Pollen beim Bestäubungsprozess besser haften bleiben – ohne den einzigartigen Kleber bleiben zehn Mal weniger Pollen an den Haaren zurück.

    Und so spielt sich die Pollination mithilfe der Drohne ab:

    Miyako ist sich bewusst, dass seine Erfindung lediglich als Unterstützung, und nicht Ersatz, der Bienenvölker dient. Und bevor es zum grossflächigen Einsatz der Roboter-Bienen kommt, muss noch einiges getan werden. Die Feinmotorik der Drohnen muss verbessert werden und die elektrischen Ersatz-Bienen müssen lernen, nach welchem Muster Blüten angesteuert werden sollen.

    Bleibt aber zu hoffen, dass die Roboter-Bienen nicht zum Einsatz kommen müssen, und stattdessen wir es schaffen, die natürliche Variante der Biene aufrechtzuerhalten.

    3 Kommentare

    • Sonja Portenier

      Für mich eine Horrorvorstellung dass solche künstlichen Roboterbienen über eine Blumenwiese schwirrt…

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    • Marc

      Lol, das Pollen aufnehmen ist ja nur das eine. Was ich nicht so ganz sehe ist, wie dieses Ding so weitere Blüten bestäuben kann ;-) Aber warten wir mal ab, was die Zukunft bringt.

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    • Pingback: Bienen bekommen Konkurrenz durch Drohnen - Naturgebloggt


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