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GVO-Soja bald für Schweizer Tiere?

  • Daniela Cervenka
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Der Bedarf an Eiweissfuttermittel in der Schweizer Landwirtschaft steigt von Jahr zu Jahr. Gründe dafür gibt es viele. Einerseits bedarf es mehr Kraftfutter wegen der Steigerung der Milch- und Geflügelproduktion und anderseits hat das Verfütterungsverbot von Tiermehl, Soja zu einem wichtigen Eiweiss-Lieferanten gemacht.

Das Problem mit dem Soja
Die Schweiz kann jedoch den eigenen Kraftfutter Verbrauch nicht selber decken. Würde man den ganzen Bedarf mit inländischem Soja decken wollen, so wären ein Viertel des ackerfähigen Landes der Schweiz besetzt. Dazu kommt noch, dass importiertes Soja billiger ist. Jedoch gibt es bei der Sojaproduktion einen Haken. Rund 80% der weltweiten Produktion sind gentechnisch verändert (GVO) und kommen den Schweizer Nutztieren „noch“ nicht in den Trog. Doch das konventionelle Soja ist mit ungefähr 15 Franken pro 100 Kilogramm viel teurer und der Import aus Brasilien gestaltet sich immer schwieriger.

Bereits in ganz Europa, mit Ausnahme der Schweiz und Norwegen, wird GVO-Soja verfüttert. Kauft man ausländische Tierprodukte, kann man sicher sein, dass diese mit GVO-Soja gefüttert wurden. Auch in der Schweiz wäre dies grundsätzlich erlaubt und könnte bei steigendem Soja-Preis vielleicht bald Realität werden.

Konsumenten wollen kein GVO
Der Schweizerische Bauernverband sieht jedoch einen wichtigen Mehrwert in GVO-freien Produkten. Der Schweizer Konsument stehe der Gentechnik kritisch gegenüber. Zudem fordert Martin Rufer des schweizerischen Bauernverbands, dass GVO-freie Produkte gekennzeichnet werden. „Wir brauchen in der Schweiz ebenfalls die Möglichkeit für die Auslobung der GVO-freien Fütterung. Nur so können wir die Botschaft der GVO-freien Fütterung bis zum Konsumenten transportieren und die Mehrkosten mittelfristig am Markt holen“, so Rufer.

Doch auch der Import von konventionellem Soja hat seine Schattenseiten. Mehrheitlich wird aus Brasilien und Indien importiert, wo Regenwald abgeholzt wird oder Menschen verhungern. Aus diesem Grund wurde das Soja Netzwerk Schweiz gegründet, welches sich für eine umwelt- und sozialverträgliche Sojaproduktion einsetzt. Ebenfalls hat sich die Schweiz mit weiteren Staaten zusammengeschlossen, um den Soja-Anbau in Europa zu fördern.

 Weitere Informationen (Landwirtschaftlicher Informationsdienst)

Bild: von Scott Bauer (Image Number K4389-11) [Public domain], via Wikimedia Commons

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