Nardetum, Trockenwiese, Trockenrasen, Borstgrasrasen

Grünes Licht für Luxus-Ressort auf Walliser Trockenwiese

  • Nora Kieselbach
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Das Schweizerische Bundesgericht hat entschieden: Russische Investoren dürfen im Wallis ein Luxusressort bauen. Zuvor wurde der Baugrund kurzerhand aus dem Inventar der Trockenwiesen von nationaler Bedeutung gestrichen, wie die Alpenschutzorganisation CIPRA auf ihrer Homepage schreibt.

160 Luxusappartements, 350 Hotelzimmer, 45 Chalets, eine 12’000 Quadratmeter grosse Geschäftszone mit Restaurants, Kunsteisbahn, Schwimmbädern und Konferenzzentrum: Das sind die Pläne russischer Investoren für die Gemeinde Mollens im Wallis. Mitte Juli gab das Bundesgericht Grünes Licht für das 650 Millionen Franken teure Luxus-Ressort „Aminona“.

Die Naturschutzverbände Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Schweizer Heimatschutz und WWF hatten Beschwerde gegen das Projekt erhoben, unter anderem weil es nicht mit dem Biotopschutz vereinbar sei. Das Walliser Kantonsgericht hatte diesen Einwand im Juli 2011 abgewiesen. Dann strich die Schweizer Regierung das Gebiet, in dem das Ressort gebaut werden sollte, aus dem Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung. Die Naturschutzverbände gingen trotzdem vor Bundesgericht. Dieses sagt nun, dass den Organisationen die Beschwerdeberechtigung fehlt, weil Biotopschutz kein Thema mehr ist. Die Investoren wollen noch dieses Jahr mit den Bauarbeiten beginnen, die ersten Touristen sollen 2016 in einem der 1’500 Betten schlafen.

„Aminona“ ist nur eines von mehreren Grossprojekten ausländischer Investoren in den vergangenen Jahren. In Davos zum Beispiel wollten Chinesen 100 Millionen Franken investieren, Investoren aus Kuwait weitere 140 Millionen in Adelboden. Um diese Projekte ist es heute still geworden. Auch der Verkauf der Wohnungen und Villen im Ressort des Ägypters Samih Sawiris verläuft nur schleppend.

Weitere Informationen

CIPRA
Stiftung Landschaftsschutz Schweiz
WWF Schweiz
Schweizer Heimatschutz

Bild: Thommybe aus der deutschsprachigen Wikipedia [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

2 Kommentare

  • Weibel Anita

    Kommen dann später die Touristen auch noch, wenn nur noch Beton um sie herum ist. Keiner denkt an die Zukunft, nur Arbeitsplätze und Geld zählen.

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  • Christine Dobler Gross

    Biotopschutz ist kein Thema mehr? Wie muss ich das verstehen? Waren Biotope vorher eines? Was ist der Status eines Biotops, und wenn es jetzt kein Thema mehr ist: wer hat es zum Unthema gemacht?

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