Die Biomasse der Insekten nahm in Deutschland drastisch ab. | © Martin Fisch [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Die Biomasse der Insekten nahm in Deutschland drastisch ab. | © Martin Fisch [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Grosses Insektensterben in Deutschland

  • Amanda Buol
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In Teilen Deutschlands hat die Zahl der Fluginsekten in den letzten Jahren drastisch abgenommen, teilweise bis zu 80 Prozent. Welche Folgen dafür verantwortlich sind, ist jedoch unklar. Eine schnelle Aufklärung ist gefordert.

Insekten sind für unsere Umwelt sehr wertvoll. Sie sind ein wichtiger Teil in der Nahrungskette. Ohne die Fluginsekten würden Pflanzen nicht mehr bestäubt und zahlreichen Tieren fehlte die Nahrung. Auch für den Menschen hätte dies dramatische Folgen.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) warnt nun vor einem neuartigen Insektensterben mit bislang unbekannten Folgen in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen wurde in den vergangenen 15 Jahren ein Rückgang von bis zu 80 Prozent der Fluginsektenbiomasse verzeichnet. Vor allem Schmetterlinge, Bienen und Schwebfliegen sind betroffen. Auch in anderen Regionen Deutschlands werden ähnliche Entwicklungen befürchtet.

Welche Ursachen verantwortlich sind, können nur spekuliert werden. Wie der NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sagt, könne der Klimawandel oder besonders kalte oder warme Winter ausgeschlossen werden. Er vermutet, dass es sich um Vergiftungen der Insekten handle. So stehen vor allem Neonicotinoide im Verdacht, welche seit der 1990er Jahre in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Immer mehr Untersuchungen deuten darauf hin, dass diese Mittel weit über ihr Einsatzgebiet hinaus Schäden unter Honigbienen, aber auch in der gesamten Insektenfauna auslösen.

Daher fordert der NABU und Naturschützer ein dauerhaftes Insektenmonitoring und eine intensive Prüfung kritischer Insektizide. Auch solle in der Landwirtschaft vermehrt auf biologischen Landbau gesetzt werden.

Auch in der Schweiz äussern sich Naturschützer negativ gegen Neonicotinoide. Es konnte bereits nachgewiesen werden, dass diese Giftstoffe negativ auf die Bienenvermehrung wirke. Eine verstärkte Abnahme der Insekten wegen der Neonicotinoide konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden.

2 Kommentare

  • Thomas Schenker

    jawohl finde ich genau richtig! Wenn ich im Seeland bei Kerzers im Moos spaziere , und ich immer wieder Traktors beobachten kann, die mehr oder weniger diskret ihr Gift herausnieseln lassen, weiss ich das einzige gesunde Gemüse sind die Brennnesseln am Bahndamm.
    Die einzige Antwort von uns Konsumenten ist konsequent Biogemüse kaufen, auch wenn es leider teurer ist.

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  • Dominik Scheibler

    Die konsequente Umstellung der Landwirtschaft auf Bio ist der einzige nachhaltige Weg! Einen anderen gibt es nicht. Und der Nutzen für die Böden, die Gewässer und die Luft mit all ihren Bewohnern wäre unbezahlbar. Den Menschen zum Wohle!

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