© Gerald 2560 [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Grosser Einsatz für den Landschaftsschutz

  • Kathrin Ruprecht
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Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz konnte im Jahr 2014 Zuwendungen von 1,44 Millionen Franken verbuchen, welche für Projekte zur Pflege von naturnahen Landschaften eingesetzt wurden. Dieser hohe Betrag steht stellvertretend für die hohe Motivation der lokalen Bevölkerung, das landschaftliche Kulturgut der Schweiz zu erhalten.

Dank Gönnerbeiträgen konnte die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) im Jahr 2014  rund 1,44 Millionen Franken in konkrete Landschaftsschutzprojekte einsetzen. Dadurch können wertvolle Kulturlandschaften im Kanton Tessin mit 1,05 Millionen Franken, in Graubünden mit 148’000 Franken, im Kanton Uri mit 100’000 Franken, im Kanton Wallis mit 25’000 Franken, im Kanton Waadt mit 52’000 Franken, im Kanton Jura mit 50’000 Franken und im Kanton Bern mit 10’000 Franken unterstützt werden.

Die Gönnerbeiträgen, unter anderem vom Lotteriefonds Zürich, von Vergabestiftungen, Unternehmungen und Privatpersonen, konnten im vergangenen Jahr für konkrete Projekte in peripheren Berggebieten und im ländlichen Raum der Romandie eingesetzt werden. Die Projekte beinhalteten unter anderem die Instandsetzung von Trockenmauern, Terrassenlandschaften, alten Wegen, historischen Bauten, Kastanienselven, Weideentbuschungen, Biodiversitätsförderung und die extensive Bewirtschaftung.

Im Val Calanca und im Misox, zum Beispiel, wird die Landschaft und das kulturelle Erbe von Ackerterassen, Kastanienselven, Wälder und Weidelandschaften geprägt. Besonders die Kastanie hat hier eine herausragende Rolle. Früher oft essentielle Einkommensquelle für vielen Familien – werden die Kastanien heute kaum mehr genutzt. Die Folge ist der Zerfall der Terrassenanlagen und der Trockenmauern. Hier setzt sich die SL dafür ein, dass dieses wertvolle Landschaftselement erhalten bleibt und somit für die Bevölkerung und Touristen erlebbar bleibt.

So werden Sträucher und Rottannen entfernt, die Kastanienbäume gepflegt und neue gepflanzt. Zudem bedürfen eingestürzte Trockensteinmauern Reparatur oder müssen neu gebaut werden.

Ein anderes Beispiel ist der Sortengarten in der Gemeinde Erschmatt. Hier werden seit vielen Jahren alte Getreidesorten angebaut und seltene Ackerbegleitflora erhalten. Aber nicht nur seltene Pflanzen profitieren von diesem Garten, auch seltene Vogelarten wie der Wiedehopf und der Wendehals finden hier eine Heimat. Gleichzeitig  dient der Sortengarten auch als Kompetenzzentrum für Roggenanbau und erfüllt wichtige Sensibilisierungs- und Bildungsaufgaben.

Die SL setzt sich dafür ein, dass die einzigartige Ackerterassenlandschaft von Erschmatt langfristig erhalten bleibt. Dazu bedarf es intensive Pflege, wie die Vermehrung des Saatguts seltener Pflanzen. Auch die Trockenmauern der Terrassenlandschaft müssen ausgebessert werden und die Böschungen gepflegt werden. Damit der Sortengarten für Besucher attraktiv wird soll ein Rundweg mit Informationen entstehen.

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