Wueste

Grosse Enttäuschung nach Doha

  • Corinna von Kürthy
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Schon im Voraus waren die Erwartungen an die diesjährige Uno-Klimakonferenz in Doha relativ bescheiden gewesen (siehe naturschutz.chvom 22. November). Doch das Resultat der zweiwöchigen Konferenz ist erschütternd. Die Teilnehmer-Staaten haben es geschafft, auch die ohnehin schon tiefen Erwartungen an die Konferenz noch zu unterbieten.

Das Fazit von Patrick Hofstetter, Leiter für Klima und Energie beim WWF Schweiz, ist ernüchternd. „ Gemessen an den Erwartungen ist die Konferenzbilanz enttäuschend, gemessen an den Heraus- forderungen des Klimawandels ist sie vernichtend. Es ist, als ob der Christbaum Feuer fangen würde und alle streiten, wer die Löschdecke holt“.

Zu der Tatsache, dass es zu keinen wirklichen Fortschritten in Doha kam, haben vor allem die USA, Russland und China beigetragen. Russland und weitere osteuropäische Staaten blockierten sogar eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls, weil sie eine Einschränkung beim Handel mit den vorgegebenen Rechten nicht akzeptieren wollten.

Trotz allem konnte immerhin das Minimal-Ziel erreicht werden. Das Kyoto-Protokoll, das bislang einzige verbindliche Abkommen zur Verminderung der klimaschädigenden Treibhausgase, geht in eine zweite Runde. Desweiteren liegen Beschlüsse zu Finanzierungsmassnahmen vor. Die Finanzierung von Klimaschutz und Anpassungsmassnahmen in Entwicklungsländern wird weitergeführt, doch die Zusagen der Industrieländer sind bescheiden. Ein umfassendes Abkommen bis 2015 bleibt das Ziel, doch einen tauglichen Fahrplan gibt es bisher nicht. Um wirklich etwas bewirken zu können, müsste die Welt ihre Ambitionen verdoppeln.

„Wir haben uns an stockende Klimaverhandlungen gewöhnt, aber die Welt wird sich nicht an den Klimawandel gewöhnen“, sagt Patrick Hofstetter vom WWF Schweiz

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Medienmitteilung UVEK

Bild: Joadl [CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

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