© Eawag
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Grosse Artenvielfalt fördert die Effizienz in Ökosystemen

  • Cécile Villiger
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Der Mensch beeinflusst die Evolution. Im Fall der Felchen in den Schweizer Seen führt dies dazu, dass spezialisierte Arten durch wenige Generalisten ersetzt werden. Eine neue Studie stützt jetzt die These, dass Ressourcen effizienter genutzt werden, wenn die Vielfalt gross ist.

Am Beispiel der Felchen verglichen Forscher der Eawag erstmals nicht nur die Folgen des zu hohen Nährstoffgehalt für die Vielfalt der Arten, sondern stellen die Fänge aus der Fischerei in ein Verhältnis zur verbliebenen funktionellen Vielfalt und den heute verfügbaren Nährstoffen. In Seen, wie Thuner- oder Vierwaldstättersee, die von einem starken Nährstoffüberschuss verschont blieben, und die noch eine relativ vielfältige Felchengemeinschaft aufweisen, wird pro Nährstoffeinheit mehr Felchenbiomasse gefangen als etwa im Zuger- oder Genfersee. Die Forscher schliessen daraus auf eine effizientere Nutzung der vorhandenen Nahrungsreserven in diesen Seen.

Durch den zu hohen Nährstoffgehalt in Seen kann die ganze Nahrungskette verändert werden. Veränderungen der Produktivität wirken sich auf die physikalisch-chemischen Grössen aus, die ihrerseits, zum Beispiel über Selektionsprozesse, wieder Einfluss haben auf Fauna und Flora im See. Sie können aber auch die Bewohnbarkeit von Lebensräumen verändern und damit Unterschiede zwischen Arten in der Lebensweise oder im Verhalten verwischen, die zuvor zur ökologischen und genetischen Differenzierung von Arten beigetragen hatten. Die Eutrophierung führt damit häufig zu einem Verlust von ökologischer Spezialisierung sowie zu einer Homogenisierung der Arten und ihrer Anpassungen zwischen einzelnen Seen und zwischen verschiedenen Nischen im See.

Die original Studie finden Sie hier.

1 Kommentar

  • Uwe Scheibler

    Da sind die Ökosysteme bestimmt froh, wenn sie wissen, dass jetzt endlich auch sie „effizient“ sein können!

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