Die Staumauer darf wegen Moore nicht erhöht werden. | © UltraView Admin [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Die Staumauer darf wegen Moore nicht erhöht werden. | © UltraView Admin [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Grimsel-Stausee: Moore bleiben geschützt

  • Amanda Buol
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Das Verwaltungsgericht Bern hat entschieden: Die Grimsel-Staumauererhöhung ist nicht rechtens. Die wertvollen Moorbiotope und die Moorlandschaft an der Grimsel dürfen nicht geflutet werden. Die Umweltverbände sind erleichtert und froh über diesen Entscheid. Ein weiteres Mal wird der bestehende verfassungsmässige und rechtliche Schutz der letzten Moore und Moorlandschaften durch ein Gericht gestützt.

Die Konzession für eine Erhöhung der Grimsel-Staumauer ist nicht mit dem verfassungsmässigen Moorschutz vereinbar. So hat das Berner Verwaltungsgericht entschieden. Die Umweltverbände teilen mit, dass sie über diesen Entscheid erleichtert seien. Das Gericht schütze so die Moore und die Moorlandschaft an der Grimsel vor Flutungen und stütze den Schutz der Moore in der ganzen Schweiz. Moore sind seit der Rothenthurm-Volksabstimmung im Jahr 1987 durch die Verfassung geschützt, weil sie besonders wertvolle Lebensräume für seltene und schützenswerte Tier- und Pflanzenarten sowie Landschaften von aussergewöhnlicher Schönheit darstellen. Zudem sind nur noch Bruchteile der ursprünglichen Schweizer Moore erhalten. Sie sind Juwelen der Landschaft. Wäre die Zerstörung der Moorlandschaft an der Grimsel zugelassen worden, hätte dies den Moorschutz schweizweit ausgehebelt. Nach und nach wären weitere Moore zerschnitten, geflutet, überbaut oder trocken gelegt worden.

Es ist dies ein weiterer wegweisender Gerichtsentscheid, der den ungeschmälerten Erhalt dieser seltenen und besonderen Lebensräume stützt. Im Herbst 2012 hatte das Bundesgericht im Fall der Zürcher Oberlandautobahn den Moorschutz klar gestützt. Ähnlich wie an der Grimsel wurde dort eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung auf dem Papier willkürlich verkleinert, um ein Infrastruktur-Projekt zu ermöglichen.

Aus Umweltsicht ist der Verzicht auf die Stausee-Vergrösserung kein Verlust, da diese der Energie-Speicherung und nicht der Energie-Produktion hätte dienen sollen. Die Speicher-Kapazitäten wurden und werden in der Schweiz aber andernorts massiv und mehr als genug erhöht.

Ob das Unternehmen das Urteil noch anfechten wird, ist noch unklar. Dies könnte also noch nicht der endgültige Entscheid sein.

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