Trauerschnäpper

Grenzkontrolle für 16‘000 Zugvögel

  • Stefanie Pfefferli
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Der herbstliche Vogelzug 2011 neigt sich dem Ende zu. Jetzt liegen erste Daten aus der Forschungsstation der Schweizerischen Vogelwarte vor: Auf dem Col de Bretolet auf der Grenze zu Frankreich haben Forschende in diesem Herbst insgesamt über 16‘000 Vögel beringt und wieder frei gelassen.

Die meisten Zugvögel haben mittlerweile ihre Winterquartiere erreicht, und nur wenige Arten sind noch auf dem Weg in den Süden. Auf dem Col de Bretolet, der Forschungsstation der Schweizerischen Vogelwarte auf der Grenze zwischen dem Unterwallis und Frankreich, haben Forschende in diesem Herbst über 16‘000 Vögel gefangen, vermessen und sie danach beringt wieder freigelassen. Der Herbst auf der Beringungsstation war geprägt vom starken Durchzug des Trauerschnäppers. Mit 1360 Vögeln stellte er rund zehn Prozent der Fänglinge – ein absoluter Rekord. Die auffällig schwarz-weiss gefärbten Vögel dürften mehrheitlich aus Nordosteuropa stammen: Einer von ihnen trug einen Ring aus Litauen.

Seltener Gast

Von noch weiter her stammte der Gelbbrauenlaubsänger, der Anfang September ins Netz flog. Die Art brütet jenseits des Urals und überwintert eigentlich in Südostasien. Jeden Herbst verfliegen sich aber wenige Vögel bis nach Westeuropa. In der Schweiz wurde diese unauffällige Art zuvor erst 15 Mal nachgewiesen.

Klimawandel sichtbar gemacht

Die Schweizerische Vogelwarte führt im Auftrag des Bundes die nationale Beringungszentrale. Seit 1958 untersucht sie auf dem Col de Bretolet den Vogelzug unter Mithilfe unzähliger Freiwilliger. Dank diesem langfristigen Engagement konnte sie zeigen, dass sich die Zugpläne mancher Vogelarten in den letzten 20 Jahren geändert haben. Grund dafür dürfte die globale Erwärmung sein.

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(Trauerschnäpper) Bild: Sarah Althaus

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