greina

Greina

  • Redaktion Naturschutz
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greinaDie Greina, das ist die weitläufige, unberührte Hochebene zwischen dem Blenio- und dem Vorderrheintal, an der Grenze der Kantone Tessin und Graubünden. Schon die Römer nutzten die landschaftlich äusserst reizvolle Schwemmebene als Handelsweg – doch so richtig bekannt wurde «La Greina» erst in den 1980er-Jahren, als die Überflutung des Gebiets durch einen Staudamm drohte und erfolgreich verhindert werden konnte. Seither ist die Greina ein Symbol für den Erhalt einer intakten Gebirgswelt und den erfolgreichen Widerstand gegen die Landschaftszerstörung durch einseitige wirtschaftliche Interessen.

Von dieser Historie ist zwar im neuen Bildband «Greina» nicht viel zu erfahren, dafür präsentieren uns fünf Fotografen ihre persönlichen Sichtweisen auf das schöne Naturgebiet. Den Auftakt macht aber ein (temporärer) Schafhirt und Jäger, der von seinen Erlebnissen und Gefühlen in der Einsamkeit erzählt – und sich über die vielen Tagestouristen mokiert, die nur die Schönheit abfotografieren wollen und doch nur die Abgeschiedenheit und Stille stören. Danach folgen die Portfolios der Fotografen, die alle einen individuellen Zugang zur nordisch anmutenden Landschaft suchten. So entstanden Momentaufnahmen und Stimmungsbilder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, und das macht den Bildband interessant und vielschichtig. Am Schluss versöhnt sich das Buch doch noch mit den Rucksacktouristen aus dem Unterland, indem die wichtigsten Wanderwege angegeben werden. Alles in allem ein sorgfältig aufgemachtes Werk mit hohem künstlerischem Anspruch.

Roberto Buzzini, Giosanna Crivelli, Roberto Grizzi, Tamara Lanfranconi, Sergio Luban und Marco Volken: Greina. Verlag Desertina, Chur, 2008. Bildband, 220 Seiten, Italienisch/Deutsch/Romanisch, ca. Fr. 65.-

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