Haftentlassung Greenpeace-Aktivisten

  • Gavino Strebel
  • -

Free_Chrigi_board_01Die dänische Polizei hat gestern die vier Greenpeace Aktivisten nach 20 Tagen aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Freilassung kam einen Tag vor der Verkündung der Anklage. Die vier müssen sich heute noch vor Gericht für den friedvollen Protest vom 17. Dezember verantworten. An diesem 17. Dezember war es den vier Greenpeace Aktivisten, darunter ein Schweizer, an der Klimakonferenz in Kopenhagen gelungen, sich im Konvoi zum offiziellen Staatsempfang vor den Wagen von Hillary Clinton einzureihen. Sie schafften es schliesslich bis in die Eingangshalle zum Bankett der Staats- und Regierungschefs bei Dänemarks Königin Margrethe II. Dort zeigten sie die Transparente «Politicians talk – Leaders act» («Politiker reden, Anführer handeln»).

Der Schweizer, getarnt als Bodyguard, sowie die Aktivisten in Galakleidern wurde sofort von Sicherheitsleuten zur Seite gedrängt und festgenommen. Der Schweizer sowie die Kollegin aus Norwegen und der Kollege aus Spanien werden in Untersuchungshaft genommen. Später wird noch ein weiterer holländischer Greenpeace Aktivist verhaftet, seither sassen die vier in Kopenhagen in Einzelhaft. Gestern wurden sie nach vielseitigen Protesten, u.a. auch von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, endlich aus der Haft entlassen. Am 7. Januar wird über das definitive Strafmass entschieden. Dieses kann – bedingt durch die Tatsache, dass sich die Aktion bei einem Empfang von Dänemarks Königin Margrethe II abspielte – durch ein altes monarchisches Gesetz noch verschärft werden.

Während der ganzen Dauer der Inhaftierung hat Greenpeace betont, dass die Aktivisten, auch wenn man sie auf freien Fuss setzt, die Gerichtstermine wahrnehmen würden, wie es bei Greenpeace immer der Fall ist. Bei allen polizeilichen Ermittlungen hat Greenpeace den dänischen Behörden immer die volle Kooperation offeriert. Diese hüllten sich jedoch zwei Wochen lang in Schweigen.

Mads Christensen, Geschäftsleiter von Greenpeace Nordic, begrüsst die Freilassung, ist jedoch von der Härte der dänischen Behörden entsetzt: «Die unnötige Inhaftierung dieser vier friedlichen Aktivisten wurde ohne ein richterliches Urteil aufrecht erhalten. Dies ist eine weitere „Klima Ungerechtigkeit“ nach dem Versagen der Staatschefs einen verbindlichen Vertrag zu weltweiten CO2 Reduktion, sowie anderen Massnahmen, zu unterzeichnen. Das angebliche Verbrechen ist, dass die vier den Mächtigen dieser Welt die Dringlichkeit des Klimaschutz vor Augen geführt haben. Die Dauer ihrer Festnahme ohne Gerichtsverfahren steht in keinem Verhältnis zu einem harmlosen, friedlichen Protest mit diesem legitimen Ziel.»

Greenpeace

Beitrag kommentieren