Gotthardregion Biospährenreservat?

  • Barbara Darani
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Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) lancierte im Juni 2008 die Idee einer Biosphäre San Gottardo. Dieses Label der UNESCO bietet die Chance, für eine nachhaltige Entwicklung der hochwertigen Natur- und Kulturlandschaften und eine verbesserte Zusammenarbeit über die Pässe hinweg. Nun liegt ein erster Grundstein für eine Machbarkeitsbeurteilung vor.

Der Gotthardraum ist mehr als das Symbol einer überlasteten N-S-Transitachse. Er ist kulturell und ökologisch vielfältig und einzigartig genug, um eine gemeinsame nachhaltige Raumentwicklung anzustreben. Im Gotthardraum (derzeit ein weisser Fleck in der Karte der Naturparkkandidaten) finden sich derzeit zahlreiche Projektinitiativen, die allerdings aufgrund der territorialen Aufteilung auf 4 Kantone nur wenig koordiniert sind. So sind dort neben Resorts auch zahlreiche Wind- und Wasserkraftprojekte geplant, internationale Stromleitungen sollen ausgebaut werden und Erweiterungen touristischer Erschliessungen werden beabsichtigt. Daneben sind zahlreiche Landschafts- und Kulturprojekte im Gange. Zur Förderung der Zusammenarbeit und einer gemeinsamen Raumidentität wäre nach Ansicht der SL das Instrument der UNESCO-Biosphäre geeignet. Im Gegensatz zu den UNESCO-Welterbegebieten besteht für eine Biosphären-Kandidatur aus der Schweiz durchaus noch eine Chance (bislang Entlebuch und als Kandidat Val Müstair GR).

Die SL lancierte im Juni 2008 deshalb eine Grundsatzdiskussion über die Zukunft des Gotthardraums und Reflexionen über mögliche natur- und landschaftsverträgliche Entwicklungen. Sie möchte gemeinsam mit den regionalen und lokalen Partnern die Voraussetzungen zur Gründung eines Biosphärenreservats Gotthard abklären und erarbeitete ein erstes Konzept.

Nun kann die SL eine erste Machbarkeitsbeurteilung und eine erste Sichtung von Wertschöpfungspotenzialen im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Hochschule Luzern, Bereich Wirtschaft (Autor : Marc Schlüssel, Arbeit auf www.sl-fp.ch) präsentieren. Der Autor kommt zum Schluss, dass die Biosphäre das richtige Prädikat für die Region Gotthard sei und die vorhandenen Wertschöpfungspotenziale gezielt fördern kann. Es darf aber kein Prestigeobjekt ohne Inhalt werden.

Selbstverständlich ist die Machbarkeit und namentlich die Akzeptanz und das gemeinsame Interesse in den vier Kantonen und der betroffenen Bevölkerung vertieft abzuklären. Die SL erhofft sich darum, dass die vier Kantone, die im « Progetto San Gottardo » vertreten sind, diesen Ball aufnehmen.

Pressemitteilung
Stiftung Landschaftsschutz Schweiz

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