Die Schienen hätten genug Kapazität für den Güterverkehr. | © Daniel Friedlos, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Die Schienen hätten genug Kapazität für den Güterverkehr. | © Daniel Friedlos, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Gotthard-Studie: Schienen hätten Kapazitäten

  • Amanda Buol
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Im Sommer wird der Gotthard-Basistunnel eröffnet. Die Bahn kann dann 50 Millionen Tonnen Güter durch die Alpen befördern. Diese Kapazitäten für den Güterverkehr würden über Jahrzehnte genügen.

Über eine Million Lastwagen fahren jährlich durch die Alpen. Laut dem Alpenschutzgesetz müsste die Zahl jedoch auf maximal 650’000 gesenkt werden. Trotzdem wird das Gesetz nicht beachtet, obwohl die Schienenkapazitäten im alpenquerenden Güterverkehr heute nur zu 59 Prozent ausgelastet sind.

Ab Juni ist der Gotthard-Basistunnel eröffnet. Mit dem Bau der NEAT und dem 4-Meter-Korridor zwischen Basel-Chiasso steigt die Trassenkapazität für Güterzüge um 30 Prozent von 300 Trassen pro Tag auf 390. Ausserdem können mit dem Basistunnel längere und schwerere Güterzüge verkehren, erklärt Heinz Pulfer, Experte für internationale Bahnplanung. In einer Studie kommt er zum Schluss, dass mit der NEAT rund 50 Millionen Tonnen Güter pro Jahr auf den Schienen durch die Alpen transportiert werden können. Heute bewältigen Strasse und Schiene zusammen 38,5 Millionen Tonnen.

Die Studie zeigt auch klar, dass genügend Kapazitäten auf den Schienen zur Verfügung stehen um das Verlagerungsziel von jährlich 650’000 Lastwagen zu erreichen und zu halten, auch während der Sanierung des Strassentunnels.

«Theoretisch müsste kein einziger Lastwagen mehr von Grenze zu Grenze fahren, die Bahn kann die ganze Menge an Gütern transportieren.»

Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative

Es sei absurd, zum jetzigen Zeitpunkt eine 2. Strassenröhre zu bauen, wenn dieses Jahr die NEAT aufgehe, so Mathias Reynard, Nationalrat aus dem Wallis und Vorstandsmitglied der Alpen-Initiative. Deshalb brauche es ein konsequentes Vorgehen. Ausserdem werde mit der NEAT in die Zukunft investiert. Die zweite Röhre wäre ein Schritt zurück in die Vergangenheit.

Auch Nick Beglinger, Präsident des Wirtschaftsverband swisscleantech hob hervor, dass der Verkehr 2035 mit Blick auf den technologischen Wandel im Bereich Sicherheit und Kapazität ein komplett anderer sein werde als heute. Eine konsequente Verlagerung der Güter auf die Schiene mache zudem aus Sicht der modernen Wirtschaft Sinn, auch in Bezug auf Klimaschutz. Da laut Bundesamt für Strassen ASTRA ein Entscheid zur Sanierung erst in 10 Jahren getroffen muss, gelte es, die jetzige Vorlage klar abzulehnen.

Grafik Studie Kapazität Gotthard | © H. Pulfer, Alpen-Initiative
Die Studie zeigt eindeutig Kapazitäten am Gotthard.| © H. Pulfer, Alpen-Initiative

1 Kommentar

  • Michael Brandenberger

    Mit dem Bau einer zweiten Röhre würde das Schweizer Volk die Investitionen in die NEAT zu einem guten Teil in den Sand setzen. Zusammen mit der Geldvernichtung durch den Bau der Röhre, dem ökologischen Desaster und dem Vertrauensverlust in die Regierung ein nicht wiedergutmachender Schaden, den die Lobbies anrichten würden. Und ich habe gedacht, wir leben nicht in den USA, wo die Verlagerung von Gewinnen zu Privaten, respektive Kosten zur öffentlichen Hand mittlerweilen an der Tagesordnung sind !

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