© Jesper2cv [CC-BY-SA-3.0], via flickr
© Jesper2cv [CC-BY-SA-3.0], via flickr

Gotthard-Basistunnel: Verlagern ist Alpenschutz

  • Kathrin Ruprecht
  • -

Die NEAT soll «im Interesse der Umwelt den Transitverkehr auf die Schiene verlagern». Das war ein Kernsatz des Bundesrats vor der Abstimmung zur NEAT 1992. In einem Jahr ist der Gotthard-Basistunnel, das Herzstück der NEAT, betriebsbereit. Jetzt muss die Schweiz den Alpenschutz umsetzen, das heisst die Zahl der alpenquerenden Lastwagen auf jährlich maximal 650’000 reduzieren.

«Mit der NEAT kann der überwiegende Teil des Gütertransitverkehrs von der Strasse auf die Schiene verlagert werden.» Das hat der Bundesrat 1992 im Abstimmungsbüchlein zur NEAT versprochen, schreibt die Alpen-Initiative. Dann hat das Schweizer Stimmvolk die Milliarden für das Jahrhundertprojekt zugesagt. In genau einem Jahr wird am Gotthard der neue Eisenbahn-Basistunnel eröffnet. Damit werden neue Kapazitäten auf der Schiene geschaffen, die sowohl dem Personenverkehr als auch dem internationalen Güterverkehr auf der Nord-süd-Achse dienen. «Es ist das Gebot der Stunde, diese Kapazitäten im Sinne einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Verkehrspolitik zu nutzen», sagt Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative.

Die Alpen sind ein ökologisch hoch sensibles Gebiet, ein einzigartiger Lebensraum und das Wasserschloss Europas. Sie brauchen und verdienen besonderen Schutz. Das steht seit 1994 in der Verfassung. Mit der NEAT kann die Schweiz die Alpen vor den schädlichen Auswirkungen des Lastwagenverkehrs schützen, denn die Bahn transportiert Güter umwelt- und klimaschonender, sicherer und energieeffizienter als Sattelschlepper. «Wer die Güter auf die Schiene verlagern will, darf jetzt nicht die Transitstrassen durch die Alpen ausbauen – auch nicht unter dem Vorwand der Sanierung der bestehenden Strassenröhre am Gotthard», sagt Manuel Herrmann, Leiter Politik der Alpen-Initiative.

Die Zukunft des alpenquerenden Güterverkehrs beginnt – sie findet auf der Schiene statt. Noch fehlt der Tatbeweis des Bundesrats, dass er die Verlagerung endlich verfassungskonform umsetzen und die geltenden Gesetze einhalten will. «Die NEAT ist bereit, der Bundesrat hat jetzt keine Ausreden mehr und kann nicht länger den Volksauftrag zum Alpenschutz missachten», sagt Jon Pult.

Beitrag kommentieren