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Erstmals in der Schweiz tappte ein Goldschakal in die Fotofalle. | © Amt für Jagd und Fischerei Graubünden

Goldschakal erstmals nachgewiesen und abgeschossen

  • Amanda Buol
  • 6

Erstmals wurde ein Goldschakal im Kanton Graubünden gesichtet. Der definitive Nachweis erfolgte am Wochenende, als ein Exemplar von einem Jäger versehentlich erlegt wurde. 

Der Goldschakal ist auf dem Vormarsch. Wie das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden (AJF) berichtet, wurde vor kurzem ein Goldschakal im Surselva gesichtet. Er sei in eine Fotofalle geraten. Dies sei erst der zweite fotografische Nachweis, nachdem im Winter 2011/2012 in den Nordwest-Alpen ein Goldschakal in mehreren Fotofallen erfasst wurde.

Nun konnte der Goldschakal das erste Mal physisch nachgewiesen werden, wie das AJF schreibt. Denn nur Tage nach dem ein Schakal in die Fotofalle tappte, wurde ein Exemplar versehentlich von einem Jäger erlegt, in der Meinung es sei ein Fuchs. Nachdem der Jäger den Fehler bemerkt hatte, erstattete er unverzüglich Selbstanzeige bei der Wildhut. Ob es sich um das gleiche Tier wie auf dem Bild handelt, ist nicht erwiesen.

Der Goldschakal zählt zu der Familie der Hunde (Canidae), zu denen auch Wölfe und Füchse gehören. Er ist etwas kräftiger und hochbeiniger als der Fuchs und hat einen kürzeren Schwanz und eine schwarze Spitze. Seine Nahrung besteht aus kleineren bis mittleren Wirbeltieren, Insekten und Früchte. Er kann aber auch Schafe und Ziegen reissen.

Südöstlich vom Balkan herstammend breitet er sich seit Jahren nach Mitteleuropa aus. Die nächsten bekannten Vorkommen finden sich im Südtirol. Da diese Art selbstständig eingewandert ist und ihr Areal ausgeweitet hat gilt sie als „einheimische, geschützte Art“. Die Jagdverordnung wurde daher vorsorglich angepasst. Der Goldschakal ist nun mit den anderen geschützten Grossraubtierarten Luchs, Wolf und Bär gleichgestellt.

6 Kommentare

  • Torben

    Die Jäger haben recht!
    Wenn der Jäger ein abschusswürdiges Stück erkennt, muss er sekundenschnell handeln. Das kann der Laie garnicht beurteilen, wie schnell so etwas gehen muss. Da kann es schon mal vorkommen, dass der Fuchs keiner ist. Aber die Gefahren, die vom Fuchs ausgehen sind eben so viel höher zu bewerten, als der fehlerhafte Abschuss eines Goldschakals oder irgendeines anderen Lebewesens. Fuchsbandwurm ist ein wirklich ernst zu nehmender Grund, denn schließlich sind 90 Prozent der Fälle humaner Echinokokkosen auf ihn zurückzuführen. Angesichts dieser massiven Gefährdung ist der Beschuss nicht abzuwenden und als Notstand zu bewerten. Andere Methoden der Eindämmung der Ausbreitung, z. B. Aufklärung des Menschen und vollständige Verzicht auf Waldbeeren aus bodennahen Bereichen sind nicht zweckmäßig, weil auch Haushund und -katze längst durch den Erreger befallen sein könnten und schließlich will man beim Spielen mit diesen tierischen Freunden nicht auf Speichelkontakt verzichten.
    Ein guter Jäger kennt diesen Zusammenhang und erlegt deshalb auch gern Hund und Katze wenn keiner in der Nähe ist und verletzt werden könnte. Und selbst dass dann und wann die geliebte Ehefrau oder der nette Nachbar über Kimme und Korn durch Jägerhand sein Schicksal findet, kann man unter diesem Blickwinkel neu bewerten. Kann es nicht sein, dass dieser Personenkreis auch infiziert war? Gerade Jägerfamilien haben meist einen Hund, der sich zu jeder Zeit angesteckt haben könnte und würde dann diesen an die Jägersgattin oder den tierfreundlichen Mieter übertragen können. Da dieses Argument unverständlicherweise vor keinem Gericht sofort zur Tötung des Betroffenen führen wird, muss der Jäger selbst entscheiden, wie er der Gefahr entgegentritt. Sekundenschnell und zielgenau. Auffällig niedrig ist statistisch gesehen der Befall der Menschheit mit Echinokokken, aber wenn man die auffällig hohe Zahl von sogenannten „Straftaten“ mit Jagdwaffen und mit tödlichem Ausgang gegenüberstellt, kann man erkennen, dass der Jäger, verantwortungsvoll wie er nunmal ist, die wirklich große Gefahr auf seine Weise einzudämmen weiß.
    Seid also dankbar! Und in Zukunft freundlicher mit Menschen, die aus reiner Nächstenliebe andere Lebewesen töten.

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  • Kurt Schneeberger

    Wenn dieser Jäger den Goldschakal tatsächlich für einen Fuchs gehalten hat, dann hat er aus einer nicht akzeptierbaren Distanz geschossen! Solchen Jägern gehört meines Erachtens die Lizenz entzogen! Es wäre zu wünschen, dass die Jagdinspektorate diesbezüglich ihre Haltungen überprüft.
    Ich persönlich habe in der Sache des irrtümlichen Abschusses eine andere Version. Dieser Goldschakal musste weg… wie übrigens auch die Wölfe, welche am Calanda ihr Leben werden lassen müssen.
    Es ist eine Schande, dass Politiker/innen und die zuständigen Ämter sich zu keinem anderen Verhalten durchringen können. Woran könnte das wohl liegen..?
    Vor noch nicht allzu langer Zeit, konnte sich die Jägerschaft mit dem Argument „Jemand muss ja den Wildbestand regulieren“ oder „Massnahme gegen die massiven Verbissschäden“ usw. rechtfertigen.
    Nun, da Wolf und Luchs als natürliche Jäger des begehrten „Wild auf Wild“ sich wieder anzusiedeln beginnen, ist den menschlichen „Hobbyschützen-Jäger“ ihr jahrhundertelanges und komfortables Argument abhanden gekommen.
    Die Posse geht weiter. Verschiedenste Forstämter befürworten heute die Rückkehr von Luchs und Wolf. Wieso nicht auch die Jäger, welche doch früher das „Verbiss-Argument“ ebenfalls führten.
    Was übrigbleibt, ist der allseits und offensichtlich erkennbare „Futterneid“ der Jägerschaft. Also keine Spur mehr von ökologischer Notwendigkeit und Herstellung von irgendwelchen „Balancen“ durch Menschenhand.

    Und deshalb müssen neue Argumente für die Abschüsse her. Z.B. „Die Gefahr für den Menschen“. Das lächerlichste was es aufgrund der heute bekannten Erforschungen nur geben kann.
    Die Walliser haben es mit der Hetzkampagne gegen den Wolf auf lächerlichste Weise demonstriert; „Zuerst die Rinder, dann die Kinder…“.
    Und die nicht unterrichtete oder nicht interessierte Bevölkerung glaubt diese Argumente wie einst auch das Märchen von „Rotkäpchen“. Ein Märchen, das nachweislich auch damals schon von Wolfsgegnern bis in die Schulstuben getragen wurde.
    Sind wir tatsächlich noch nicht weiter – oder weiser – als damals?

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    • Franziska Jordi

      Genau, Herr Schneeberger, Sie bringen es auf den Punkt, bravo! Und apropos „Gefahr für den Menschen“ kommen statistisch gesehen jedes Jahr WESENTLICH mehr Menschen im Strassenverkehr um aber da hätte ich noch nie was darüber gehört, dass dagegen was unternommen werden muss… Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, das ist nur ironisch gemeint. Ich fahre selber ja auch Auto. Aber was ich damit meine ist, dass der Mensch sich alles so zurecht biegt, wie es ihm gerade passt und möglichst viel Profit daraus geschlagen werden kann. Man nimmt Verluste in Kauf, so lange man profitieren kann. Es bräuchte so wenig, ein bisschen Aufklärung der Bevölkerung, bessere Herdenschutzmassnahmen, entsprechendes Verhalten… schliesslich funktioniert es in anderen Ländern auch! Ich glaube, der Mensch hat heutzutage einfach den Bezug zur Natur total verloren. Man geht nicht mehr in den Wald, weil man Angst vor Zecken hat, und wenn man trotzdem allen Mut zusammennimmt sich in diese gefährliche Umgebung vorzuwagen, zieht man lange Pullover und Hosen an und schliesst alles hermetisch ab, ganz egal wenn’s draussen 30 Grad sind, Hauptsache es kann nichts passieren. Beeren pflücken und gleich verzehren kommt ja nun überhaupt nicht mehr infrage, könnten ja mit dem Fuchsbandwurm infiziert sein, usw. und so fort… Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass die Spezies Mensch überhaupt überleben konnte, wo sie doch offensichtlich früher so vielen Gefahren ausgesetzt war!

  • Anonymous

    Erschreckend zu wissen, dass in schweizer Wäldern Leute mit geladenen Schusswaffen unterwegs sind, um auf irgendwelche Lebewesen zu ballern – hauptsache sie bewegen sich. Ein Jagdpatent und ein Waffenschein erhält, wer weiss, dass Tiere vier Beine haben und Menschen derer zwei. Durchschnittlich zehn Jagdunfälle mit tödlichem Ausgang pro Jahr in der Schweiz beweisen, dass selbst dieser frappante Unterschied noch nicht bis in die hintersten Weidmannsvereinslokale vorgedrungen ist.
    Vermutlich hat sich der Weidmann beim Abschuss des Schakals als Held und Retter aller Rotkäppchen gefühlt, welche gerade landesweit im tiefen Wald auf dem Weg zu ihrer Grossmutter unterwegs sind. Sie werden es ihm danken; alle Anderen aber nicht.

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  • Christine Dobler Gross

    Versehentlich abgeschossen? Versehentlich? Sieht der aus wie ein Fuchs??????? Wers glaubt….es ist wirklich zum Aufjaulen………auch der Goldschakal wird gnadenlos bekämpft werden, als Beute-Konkurrent zu den eben ach so unentbehrlichen Jägern………

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  • Beatrice

    Das ist ja verrückt da wird einfach geschossen man schaut nicht mal nach habt sache abknallen was ist auch los mit den Menschen verrückt ich könnte laut schreien die Tiere sind wertvollen für die Natur Freudlicher Guss Beatrice

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