public Eye Award

Goldman Sachs erhält Public Eye Award

  • Corinna von Kürthy

Greenpeace Schweiz und die Erklärung von Bern haben heute auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos den Schmähpreis „Public Eye Award“ an die Grossbank Goldman Sachs vergeben. Dies berichtete soeben die Basler Zeitung.

Auch dieses Jahr waren sieben Unternehmen für diesen gefürchteten Preis für die schlimmsten Fälle von Menschenrechtsverstössen und Umweltsünden nominiert. Zu den Nominierten gehörte auch das Bündner Unternehmen Repower, welches ein Kohle- kraftwerk in Süditalien trotz breiten Widerstands der Bevölkerung bauen will.

Der diesjährige „Preisträger“ Goldman Sachs sei eine „Geldmaschinerie schlechthin mit einem undurchsichtigen Netz“. Ob Hypotheken-, Banken- oder Euro-Pleite, fast an jeder grösseren Krise verdiene Goldman Sachs kräftig mit. Dabei schrecke die US-Bank auch nicht vor Geschäften zurück, die ganze Staaten in den Ruin stürzen, erklärte die Jury in Davos ihre Wahl. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist Griechenland. Goldman Sachs habe zwischen 1998 und 2009 mit Buchungstricks die Hälfte von Griechenlands Staatsschulden gegen horrende Honorare versteckt. Die Finanzkonstrukte hätten Griechenland schliesslich in den Ruin und die EU in eine finanzielle Krise getrieben. An der Krise habe Goldman bereits mindestens 600 Millionen Dollar verdient und Griechenland schulde der Bank weiterhin 400 Millionen jährlich bis 2037. Das seien insgesamt mehr als 10 Milliarden Dollar auf Kosten der europäischen Steuerzahler, hält die Jury fest.

Der Publikumspreis des Public Eye Award wurde in Davos an die „Öljäger in der Arktis“ vergeben. 41’800 Menschen haben bei der Abstimmung im Internet ihre Stimme an Shell vergeben. Shell sucht auf sehr riskante Weise nach fossilen Brenn- stoffen in der Arktis. Möglich werde diese Suche nur dank der rapide schwindenden arktischen Eisdecke, also dank den Auswirkungen des Klimawandels. Die Ölsuche in der Arktis habe auch grosse Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und es drohten Ölverschmutzungen, betonte die Jury in Davos.

Wollt ihr wissen, warum Goldman Sachs den Schmähpreis verdient hat? Hier gibt es weitere Informationen.

Weitere Informationen

Public Eye Award

Greenpeace Schweiz

Die Erklärung von Bern