Befallener Rebstock | © Sabrina Herndl-Lanz, [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
Befallener Rebstock | © Sabrina Herndl-Lanz, [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Goldgelbe Vergilbung: Ausbreitung wird bekämpft

  • Amanda Buol
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Letzten Herbst wurden erstmals zwei Krankheitsherde der Goldgelben Vergilbung (GGV), der bisher schlimmsten bekannten Rebkrankheit Europas, nördlich der Alpen gefunden. Um die Ausbreitung der Krankheit im ganzen Rebberg zu verhindern, sind umfassende Bekämpfungsmassnahmen notwendig. Dazu muss der Vektor, die Zikade Scaphoideus titanus bekämpft werden.

Der Mikroorganismus Candidatus Phytoplasma vitis, ein zellwandfreies Bakterium, ist der Verursacher der Goldgelben Vergilbung an Reben. Die Symptome der Krankheit zeichnen sich ab Juli durch gelbe Verfärbungen der Blätter bei weissen Rebsorten und roten Blätter bei roten Rebsorten aus. Zwar können auch andere Phytoplasmen Verfärbungen hervorrufen, jedoch entwickelt sich die GGV rasanter. Ein Befall führt normalerweise nach einigen Jahren zum vollständigen Absterben der Rebstöcke. Die Übertragung der Krankheit auf gesunde Pflanzen erfolgt durch die Zikade Scaphoideus titanus, oder durch Veredelung, schreibt das Agroscope in ihrer Mitteilung.

Ohne Auftreten der Goldgelben Vergilbung ist die Zikade, die ursprünglich aus den USA stammt, harmlos und muss nicht bekämpft werden. Damit sich die Krankheit nicht ausbreitet erfordert es eine nationale Überwachung der Entwicklung des Vektors. Diese werden gemeinsam vom Agroscope und dem kantonalen Pflanzenschutzdienst durchgeführt. Bei Befall werden obligatorische Insektizid-Behandlungen von den kantonalen Diensten angeordnet. Aktuell trete die GGV im Kanton Tessin, rund um den Genfersee (Kantone Genf und Waadt), in der Region Chablais bis im Mittelwallis auf.

Folgende drei Symptome, die gleichzeitig auftreten, deuten auf den Befall der GGV hin:

  • Fehlen oder Abtrocknung der Blütenstände oder der Trauben
  • Nach unten eingerollte und verfärbte Blätter
  • Fehlende Verholzung der Triebe

Folgendes Vorgehen wird empfohlen: Rebstock markieren, Ort und Datum der Beobachtung notieren, Foto machen und sofort den kantonalen Pflanzenschutzdienst informieren. Nur die Molekularanalyse im Agroscope-Labor erlaubt es, das für die Symptome verantwortliche Phytoplasma sicherzustellen.

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