Gnadenfrist für Walliser Wolf

  • Barbara Darani
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wolf4Im Walliser Chablais kam es in letzter Zeit vermehrt zu Wolfangriffen auf Schafsherden. Seit Mitte Mai wurden 43 Schafe getötet, 13 werden vermisst. Die Walliser verzichten vorläufig auf eine Abschuss-Bewilligung, fordern aber vom Bund Änderungen beim Wolfskonzept.

Nach dem aktuellen Wolfskonzept müssen für den Abschuss eines „schadenstiftenden“ Tieres alle technisch möglichen, praktikabeln und finanzierbaren Schutzmassnahmen getroffen werden. Laut der zuständigen Dienststelle der Interkantonalen Kommission hätten die meisten zuständigen Alpbewirtschafter die notwendigen Massnahmen nur teilweise ergriffen. Deshalb der vorläufige Entscheid, keine Abschuss-Bewilligung zu erteilen.

Ein Schwachpunkt des aktuellen Wolfskonzept ist laut den Walliser Behörden der unbeaufsichtigte Einsatz von Herdenschutzhunden in Tourismus- oder Wildtiergebieten, was ein erhebliches Konfliktpotenzial berge. Zudem bedeute die Haltung mehrerer Herdenschutzhunde eine erhebliche Mehrarbeit und werfe zivilrechtliche Haftungsfragen auf. Aus diesen Gründen fordert der zuständige Walliser Departementsvorsteher von den Bundesbehörden eine dringende Änderung des Wolfskonzepts.

Artikel NZZ

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