Petition gegen die Anwendung von Glyphosat wurde eingerreicht. | © Santiago Nicolau, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Petition gegen die Anwendung von Glyphosat wurde eingerreicht. | © Santiago Nicolau, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Glyphosat: Über 25’000 Unterschriften eingereicht

  • Amanda Buol
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Die Petition gegen den Einsatz des gefährlichen Pestizids Glyphosat in der Schweiz wurde bei den Parlamentsdiensten in Bern eingereicht. 25’340 Menschen haben die Petition unterschrieben.

In der Schweiz ist Glyphosat das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel. Bis zu 300 Tonnen werden jährlich auf Äcker, Grünflächen oder Gärten versprüht. Glyphosat wird von der internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (IARC) als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft (naturschutz.ch berichtete). Trotzdem wird es von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) weiterhin empfohlen. Ein grosser Teil des EFSA-Berichts scheine aus unveröffentlichten Studien der Hersteller selbst kopiert worden zu sein. Dr. med. Peter Kälin, Präsident Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU), sagt dazu: «Der Disput zwischen der EFSA und der WHO zeigt es: Auch die Toxikologie ist keine exakte Wissenschaft. Die AefU wollen das Resultat dieser Auseinandersetzung nicht abwarten: Besteht der Verdacht auf ein Krebsrisiko, dann hat das Vorsorgeprinzip zu gelten und Glyphosat muss verboten werden.»

Aus diesem Grund wurde die Petition gegen die Verwendung von Glyphosat von Greenpeace, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz und Stiftung Konsumentenschutz Schweiz (SKS) eingereicht. Mit 25’340 gesammelten Unterschriften fordern die drei Organisationen vom Bundesrat und dem Eidgenössischen Parlament, dass der Glyphosat-Verkauf und Einsatz in Privatgärten, in der Landwirtschaft und von Bundesbetrieben verboten wird. Zudem solle die Wirkung von Glyphosat und andere Pestiziden auf Menschen und Umwelt regelmässig überprüft werden.

In den nächstem Monaten werden die Behörden der Schweiz und der EU über die weitere Zulassung von Glyphosat entscheiden. Philippe Schenkel, Umweltwissenschaftler und Leiter der Landwirtschaftskampagne bei Greenpeace Schweiz sagt: «Weitere Bewilligungen auf Basis von unvollständigen Hersteller-Angaben sind ein unverantwortliches Experiment an Umwelt, Mensch und Tier. Es ist Zeit zu handeln.»

Unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen machen deutlich, dass glyphosathaltige Produkte gefährlich sind. Untersuchungen der Universität Leipzig bringen das Totalherbizid beispielsweise mit schweren Erkrankungen beim Menschen und bei Tieren in Verbindung, unter anderem mit Missbildungen bei Ferkeln.

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