Selbst in Kinderabteilungen findet sich viel Echtpelz © Zürcher Tierschutz
Selbst in Kinderabteilungen findet sich viel Echtpelz © Zürcher Tierschutz

Globus steigt aus dem Pelz-Geschäft aus

  • Cécile Villiger
  • 1

Seit 2014 kämpft der Zürcher Tierschutz mit der Kampagne «echt Pelz – echt grausam» gegen den tierquälerischen Modetrend. Nun kommt Bewegung in die Branche: Mit Globus wird ein schweizweit renommiertes Modehaus pelzfrei. Manor, Modisssa, PKZ und Jelmoli bewegen sich schrittweise in dieselbe Richtung.

Das renommierte Modehaus Globus hat beschlossen, künftig ganz auf Echtpelz zu verzichten. CEO Thomas Herbert präzisiert: «In der aktuellen Herbst-/Winter-Saison werden die noch vorhandenen Artikel abverkauft. Mit diesem Entscheid distanziert sich Globus vom Pelzgeschäft und bekennt sich zu ethischen Grundsätzen und einer tierfreundlichen Mode.» Ab Herbst-Winter 2017/18 wird Globus somit pelzfrei sein. Die Migros-Tochter steht zu ihrer ethischen Verantwortung und nimmt eine Vorbildfunktion ein.

Der Kampf gegen Tierquälerei trage Früchte, Pelz sei immer mehr out, meldet Nadja Brodmann erfreut vom Zürcher Tierschutz. Nach Vögele und Mode Bayard distanzieren sich weitere Modehäuser vom tierquälerischen Trend, allen voran Globus. Der Zürcher Tierschutz hat neben Globus auch PKZ, Jelmoli und Modissa wiederholt wegen Pelz aus qualvoller Käfighaltung oder grausamer Fallenjagd sowie massiven Deklarationsmängeln kritisiert.

Manor prüft Pelzausstieg

Erfreulich: Auch Manor befindet sich in einem Entscheidungsprozess. Gemäss Pressesprecherin Emilie Mathis führt Manor seit 2014 keinen Echtpelz mehr im Sortiment und prüft nun den Beitritt zur Fur Free Alliance. Aus Sicht des Zürcher Tierschutz ist ein klares Bekenntnis überfällig.

Modissa: Kein tierquälerischer Import-Pelz mehr

Die zürcherische Modissa ist zu einem lobenswerten Schritt bereit. CEO Jean-Pierre Kuhn: «Modissa verzichtet ab Herbst 2016 auf den Verkauf von echtem Pelz mit einer Ausnahme: Schweizer Rotfuchs. Diese Felle stammen von freilebenden Tieren, die geschossen wurden.» Der Zürcher Tierschutz begrüsst den Verzicht auf tierquälerische Pelze aus Käfigzucht oder Fallenfang. Doch Nadja Brodmann plädiert für vollständigen Verzicht: «Jeder Pelz auf der Strasse unterstützt den tierquälerischen Modetrend. Zudem sind wir gegen die Fuchsjagd, da sie nicht zur langfristigen Bestandesregulierung taugt.»

PKZ stolpert hinterher

Seit 2015 verzichtet PKZ bei Eigenmarken auf Pelz. Neu betont Pressesprecherin Katja Grauwiler: «Wir kaufen keine Pelzprodukte aus China und Russland mehr. PKZ legt Wert auf einwandfreie Deklaration, diese wurde optimiert.» Nadja Brodmann: «Pelz aus Russland fanden wir nie. China ist sehr brutal: Die Pelztiere werden niedergeknüppelt und oft bei Bewusstsein gehäutet. Doch auch in Pelzen anderer Länder steckt grausames Tierleid! PKZ soll Globus zum Vorbild nehmen und endlich pelzfrei werden.»

Jelmoli denkt zaghaft um

Bisher stand bei Jelmoli das «Kundenbedürfnis» an erster Stelle. Nun wird das Pelzangebot trotz Nachfrage eingeschränkt. Dieses Umdenken ist erfreulich. Marketingleiter Marc Huber führt aus: «In seinen Magazinen bewirbt Jelmoli selber keine Artikel mit Pelz mehr. Der Anteil Pelz im Sortiment wurde reduziert, Jelmoli setzt zunehmend auf Fake fur. Mit unseren Partnern suchen wir bezüglich Pelz das Gespräch.» Nadja Brodmann begrüsst den Wechsel von Echt- zu Kunstpelz in der Werbung, fordert von Jelmoli aber weitergehende Schritte und einen vollständigen Verzicht auf Echtpelz.

Die Zwischenbilanz zeigt, dass ein wichtiges Ziel der Kampagne «echt Pelz – echt grausam» erreicht ist: Das ethische Bewusstsein steigt und bringt das Image von Pelz ins Wanken. Der Zürcher Tierschutz ist hoch erfreut, dass für viele Modehäuser nicht mehr der Profit an erster Stelle steht.

 

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1 Kommentar

  • Stephanie Kastner

    Echt schlimm , da wird mir schlecht!!

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