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Globales Umdenken durch speziellen Toilettenbesuch

  • Judith Schärer
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Der Besuch einer wasserlosen Komposttoilette soll die Bevölkerung zum Hinterfragen des weltweiten Wasserkonsums anregen. Der Benutzer erledigt sein „Geschäft“ nicht nur in angenehmer Umgebung, er erfährt dabei auch Interessantes über seinen indirekten Wasserverbrauch.

Eine Kampagne von Kompotoi mit Unterstützung der 2000-Liter Gesellschaft will die Bevölkerung durch den etwas anderen Toilettengang auf eine wasserlose Komposttoilette für den weltweiten Süsswasserverbrauch sensibilisieren. Dafür sind 12 speziell gestaltete mobile Komposttoiletten mit Botschaften der „2000-Liter Gesellschaft“ das ganze Jahr an verschiedenen Anlässen und Festivals in der Schweiz unterwegs. Die 2000-Liter Gesellschaft, eine Initiative der Schweizerischen Umweltstiftung in Luzern, setzt sich ein für eine Halbierung des globalen Wasserkonsums von über 4000 Liter pro Kopf und Tag.

© Schweizerische Umweltstiftung
© Schweizerische Umweltstiftung

Problematische Entwicklung des Wasserverbrauchs

Im letzten Jahrhundert hat sich der Wasserverbrauch vervierfacht und stieg doppelt so schnell wie das Bevölkerungswachstum. Gelingt es uns nicht, den Wasserverbrauch in allen Produktionsprozessen effizienter und nachhaltiger zu gestalten, so wird sich bis im Jahr 2100 der weltweite Wasserkonsum erneut verdoppeln. Soviel Süsswasser gibt es auf unserer Erde nicht und wir werden einen massive globale Wasserknappheit erleben, ist Dr. Johannes Heeb, Initiant der Kampagne und Senior Partner der seecon gmbh überzeugt. Dieser etwas andere umweltfreundliche Toilettenbesuch regt in zweierlei Hinsicht zum Nachdenken an. Unser „human output“ ist nicht einfach nur Abfall sondern wertvoller und nährstoffreicher Dünger für unsere Boden, und Wasser, unser wertvollstes Gut benötigt dringend ein globales Umdenken. „Es ist toll, zusammen mit der Umweltstiftung die Leute zu motivieren sich Gedanken über ihren „Output“ zu machen und ökologische Alternativen aufzuzeigen“ freut sich Jojo Linder, Initiant und Mit-Begründer von Kompotoi.

Auch die Besucher der Toiletten scheinen Gefallen an der Aktion zu finden, wie der Bericht der Schweizerischen Umweltstiftung zeigt. „Endlich eine Toilette die nicht stinkt und heimelig aussieht. Macht echt Spass“ sind sich die Besucher des A1 Würenlos Festivals einig. „Dass ich während einer ruhigen Minute auch noch Wissenswertes über meinen gesamten Wasser- verbrauch erfahre finde ich vorbildlich“ meint eine junge Dame, greift sich ihr Handy und posted ein „gefällt mir“ auf Facebook.

 

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