AKW Beznau | © Roland Zumbühl [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
AKW Beznau | © Roland Zumbühl [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Globaler Rückgang der Atomstromproduktion

  • Nicole Wabersky
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Die Schweiz liegt mit dem Atomausstieg im globalen Trend: Der Anteil der Atomkraft an der gesamten Stromproduktion nimmt weltweit ab. Dies dokumentiert der World Nuclear Industry Status Report 2014, der gestern in Washington publiziert wurde.

Der Bericht zeigt auch:mit Beznau I steht in der Schweiz das älteste AKW der Welt. Im Vergleich
zu anderen Ländern gibt es in der Schweiz keine Abschaltdaten für
bestehende AKW. Das globale Durchschnittsalter ist auf 28.5 Jahre gestiegen (Stand Mitte 2014). Die Schweiz liegt mit durchschnittlich 39.2 Jahren weit darüber. Beznau I ist mit 45 Jahren das älteste AKW der Welt.

Weiter zeigt der World Nuclear Industry Status Report, dass die Kosten für die Atomstromerzeugung in Frankreich in den letzten drei Jahren um 16 Prozent gestiegen (inflationsbereinigt) sind.
In den USA sind mehrere AKW abgeschaltet worden, da die Einnahmen die horrenden Betriebskosten nicht mehr decken konnten. Und auch in Belgien, Deutschland und Schweden ist das wirtschaftliche Überleben von Atomkraftwerken in Frage gestellt.

Im Jahr 2013 sind laut dem Report weltweit 32 Gigawatt
Wind und 27 Gigawatt solare Stromproduktionskapazitäten an die Netze angeschlossen worden. Die globalen Investitionen von 214 Milliarden Dollar in neue erneuerbare Energien lagen weit über den rund 50 Milliarden für Atomkraft. Brasilien, China, Deutschland, Indien, Japan und neu auch Spanien produzieren bereits heute mehr Strom aus erneuerbaren Energien als aus Atomkraft (exklusive Grossswasserkraft).

Der Report bestätigt den globalen Rückgang der Atomstromproduktion und bekräftigt damit
den in der Schweiz beschlossenen Atomausstieg. In der aktuellen Vorlage der Energiestrategie 2050 ist jedoch nur das Verbot von neuen Atomkraftwerken vorgesehen. Klare Sicherheitskriterien und Abschaltdaten für bestehende AKW fehlen.

Um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten,
 fordert die SES das Parlament auf, Laufzeitbeschränkungen für die
bestehenden AKW und klare Sicherheitsstandards im Kernenergiegesetz festzulegen.

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