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Gletschermonitoring in der Schweiz ist gesichert

  • Judith Schärer
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Die systematische Beobachtung der Schweizer Gletscher ist langfristig gesichert. Für dieses Gletschermonitoring haben Verantwortliche aus Wissenschaft und Verwaltung eine entsprechenden Vereinbarungen unterzeichnet, laut welcher langfristig 105 Gletscher überwacht werden. Die Daten für die Fachgebiete Klima, Wasser, Naturgefahren und Umwelt werden auf einer Internetplattform einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Da die Gletscher aufgrund der Klimaerwärmung seit Jahrzehnten schmelzen, ist es besonders wichtig, dass sie beobachtet werden.

Das Hauptziel der Überwachung mittels Gletschermessnetz besteht darin, die langfristigen und regionalen Gletscherveränderungen in der Schweiz zu dokumentieren. Dies erklärt das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in einer Mitteilung. Folgende Elemente werden gemessen: Änderungen der Gletscherlänge, Bilanz der Gletschermasse, Änderung des Volumens, Fläche der Gletscher, Geschwindigkeit des Eisfliessens, Eistemperatur. So zeigen die Messungen beispielsweise, wieviel der Rhonegletscher (VS) im Sommer und Herbst 2015 an Länge und Dicke eingebüsst hat.

Diese Gletschermessdaten, die von verschiedenen Partnern geliefert und auf einer Plattform zusammengeführt werden, können u.a. als Klimaindikator verwendet werden, da auf den Gletschern die Einflüsse von Temperatur oder Luftfeuchtigkeit sichtbar werden. Weiter dienen die Daten der Wasserwirtschaft und der Gefahrenprävention (z.B. Warnung vor Gletscherabbrüchen). Die Daten stehen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Partnerschaft Bund und Forschungsinstitutionen

Das Schweizerische Gletschermessnetz (GLAcier Monitoring in Switzerland, GLAMOS) gibt es seit dem 19. Jahrhundert. 1874 begann man mit der Vermessung des Rhonegletschers. Seither wurde das Monitoring ergänzt und systematisiert. Heute werden jährlich über 100 Gletscher gemessen. Nun haben Vertreter des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) sowie der Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT) Ende November in Bern die Vereinbarungen für ein gesamtschweizerisches und langfristiges Gletschermonitoring unterschrieben. Zuständig für die Koordination und die strategische Planung ist die Expertenkommission für Kryosphäre der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz.

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