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Gifteinsatz im Garten

  • Sophie Ryser
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Löwenzahn, der zwischen den Wegplatten spriesst, Gras, welches am falschen Ort wächst, Blattläuse an den Rosen. Viele Leute greifen da gerne zu Pestiziden, um das Problem loszuwerden. Dies ist aber nicht nur an vielen Stellen verboten, es schädigt die Umwelt auch nachhaltig. Auf diese Problematik will „Stopp den Giftzwerg“, eine Kampagne vom praktischen Umweltschutz Schweiz (pusch) aufmerksam machen.

Denn pro Jahr werden in der Schweiz etwa 2000 Tonnen Pflanzenschutzmittel verwendet, davon 100 Tonnen in privaten Gärten. Dies kann verheerende Folgen haben. Durch den Regen gelangen die Stoffe in die Gewässer, wo sie Wasserlebewesen und ganze Ökosysteme bedrohen. Manche Chemikalien können auch in tausendfacher Verdünnung noch gravierende Folgen haben. Zudem sind Pflanzenschutzmittel oft für Nützlinge genauso schädlich wie für Schädlinge. Dies reduziert die Artenvielfalt. Und wenn Nützlinge fehlen, können sich Schädlinge nach einem Pestizideinsatz umso leichter wieder ansiedeln. Ein erneuter Gifteinsatz wird nötig, der Teufelskreis beginnt. Viele Chemikalien bauen sich auch nur sehr langsam ab. Manche lagern sich in Lebewesen an und werden nicht ausgeschieden. Über die Nahrungskette gelangen diese Stoffe schlussendlich auch in den Menschen. In Muttermilch sind zum Beispiel bis zu 300 Chemikalien nachweisbar.

Seit 2001 ist es auch Privatpersonen verboten, Herbizide auf Strassen, Plätzen, Dächern, Grünstreifen und so weiter auszubringen, da die Stoffe von dort nahezu ungehindert ins Grundwasser gelangen. Verstösse gegen das Gesetz werden strafrechtlich verfolgt, allerdings muss erst eine Anzeige vorliegen, was nicht immer der Fall ist.

Die Kampagne „Stopp den Giftzwerg“ setzt sich für eine Sensibilisierung der Bevölkerung ein. Ziel ist es, einen sparsamen Einsatz, eine richtige Anwendung und sachgemässe Entsorgung von Garten- und Haushaltschemikalien zu vermitteln. Auf der Internetseite findet man zudem viele Tipps, wie man im Alltag den Gebrauch von Chemikalien reduzieren kann. Denn meist gibt es einfache, giftfreie Methoden, welche mindestens genauso effektiv sind.

Weitere Informationen

Gesetzliche Grundlagen

Bild: Dirk Schmidt [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

 

1 Kommentar

  • Christine Dobler Gross

    Ich kann mich nur wiederholen, was ich schon vor 3 Jahren hier auf naturschutz.ch zum Thema gesagt habe:
    Das Herbizidverbot wird weiterhin nicht umgesetzt werden, es ist viel zu kompliziert, darum wendet es auch niemand an, und kaum einer kennt die gesetzlichen Bestimmungen: im eigenen Garten ist das Gifteln erlaubt, 5 Meter daneben am Strassenrand verboten, und in jedem Fachgeschäft erhältlich, auch in Migros und Coop…wie soll so etwas funktionieren? Hier im Quartier giftelt fast jede Unterhaltsfirma von Liegenschafts-Abstandsgrün, sie sind stolz auf die fehlenden Blümchen im golfplatzähnlichen Rasen Dank den effizienten Giften. „Stopp den Giftzwerg“ ist trotzdem eine gute Kampagne, ich würde eine klarere Gesetzgebung befürworten.

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