© Jack3[CC-BY-SA-3.0], via Wikipedia
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Risiko-Chemikalien im Schweizer Naturparadies

  • Judith Schärer
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Eine aktuelle Studie führt die Verbreitung von gesundheitsschädlichen per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) rund um den Globus auf. Die Untersuchung zeigt: Auch Schweizer Gebiete sind betroffen.

Für den Report „Chemie in unberührter Natur“ haben im Mai und Juni 2015 acht Teams der Umweltorganisation Greenpeace Schnee- und Wasserproben auf drei Kontinenten in Chile, China sowie Italien, Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, Türkei, Slowakei und Schweiz genommen. In Proben aller Expeditionen wies ein unabhängiges Labor Spuren von PFC nach, wie Greenpeace in ihrem Bericht schreibt. Die höchste Konzentration wiesen Proben aus den Alpen aus, darunter jene von der Macuner Seeplatte im Engadin, welche sich im Schweizer Nationalpark befindet.

„Die Outdoor-Branche wirbt zwar mit unberührter Natur, verbreitet aber mutwillig umweltschädliche Chemie.“

Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace

PFC hat viele industrielle Anwendungen. Auch bei der Herstellung von Outdoor-Kleidung sowie während ihrer Nutzung und Entsorgung werden PFC-Moleküle freigesetzt. Sie reisen mit der Atmosphäre und den Meeresströmungen auch in abgeschiedene Gebiete. PFC bleiben über viele Jahrzehnte in der Natur und reichern sich durch Trinkwasser und Nahrung im Körper an. „In Naturparadiesen von China über die Schweiz bis Patagonien hinterlassen unter anderem Outdoor-Marken ihren chemischen Fußabdruck“, sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace. „Mit Sorge sehen wir, wie sich diese gefährlichen Stoffe global verteilen.“

Kampagne gegen die Risiko-Chemikalien

Mit der Detox-Kampagne hat Greenpeace bereits über 30 Modemarken und Discounter dazu bewegt, auf PFC und andere Risiko-Chemikalien zu verzichten. Händler wie Lidl, Rewe und Aldi haben PFC bereits aus Regenkleidung für Kinder entfernt. Auch Adidas und Puma haben sich verpflichtet, Alternativen zu entwickeln und bis Ende 2017 in die Läden zu bringen. Kleinere Outdoor-Marken zeigen längst, dass Funktionskleidung frei von giftiger Chemie sein kann: Sie arbeiten mit fluor­freien recycelten Membranen aus Polyester und fluorfreien Imprägnierungen.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Kampagne >>

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