Gift im Plastik-Spielzeug

  • Redaktion Naturschutz
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Vom aufblasbaren Krokodil bis zu den Badeschlappen – kaum jemand vermutet, dass viele Bade-Utensilien grosse Mengen gesundheitsschädlicher Stoffe enthalten. Das deutsche Verbrauchermagazin Öko-Test hat 18 Schwimmspielsachen unter die Lupe genommen. In 14 davon fanden die Tester teils grosse Mengen hormonell wirkender Phthalate (Weichmacher). 15 der 18 getesteten Badeartikel erhielten die Noten mangelhaft und ungenügend, nur drei die Bewertung „sehr gut“. Ausserdem wurden die umstrittenen Phthalate in 17 von 25 getesteten Flip-Flops gefunden.

Weichmacher werden eingesetzt, um Kunststoffe geschmeidig zu machen. Die Stoffe stehen in Verdacht, hormonell zu wirken und schädigend für Leber und Nieren zu sein. Mediziner machen die Stoffe auch für den seit Jahrzehnten beobachteten Rückgang der männlichen Fruchtbarkeit sowie für die Zunahme von Hodenkrebs verantwortlich. Die in einigen Produkten von Öko-Test gemessenen Konzentrationen überschritten um ein Vielfaches die Mengen, die in Tierversuchen zu Hodenschäden führten.

Neben Weichmachern enthalten viele der getesteten Produkte auch zinnorganische Verbindungen. Diese Stoffe beeinträchtigen bereits in sehr kleinen Mengen das Immun- und das Hormonsystem. Öko-Test hält bereits 25 Mikrogramm DBT pro Kilogramm Kunststoff für bedenklich. Über 4.800 Mikrogramm pro Kilogramm fanden die Tester in einem aufblasbaren Delfin.

Unbedenkliche Alternativen zu Weichmachern gibt es inzwischen auf dem Markt, sind aber teurer als die Phtalate. Öko-Test warnt deshalb davor, bei Schwimmreif, Gummiente und Co. zu Billig-Produkten zu greifen – vor allem dann, wenn sie stark riechen. Zudem solle man PVC-Produkte nicht mit dem Mund, sondern mit einer Luftpumpe oder einem Blasebalg aufblasen.

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