Nur mit MM?
Die Alpenrose zählt zu den Verlierern des Klimawandels. | © Fotolia / denis_333 (WWF Schweiz)

Gewinner und Verlierer des Klimawandels 2015

  • Amanda Buol
  • 2

2015 war wohl das wärmste Jahr seit Beginn der Messung. Davon profitieren Mücken, Fliegen, Zecken & Co. Sie erobern bei höheren Temperaturen neue Lebensräume und haben auch uns in der Schweiz zu schaffen gemacht. Doch es gibt auch Verlierer der globalen Erwärmung wie beispielsweise Eisbär, Alpenrosen oder Fichten.

Schon heute sind klimatische Veränderungen bei uns spürbar. Dazu erstellte der WWF eine Bilanz der Gewinner- und Verliererarten des Klimawandels. Einige – eher ungeliebte – Tiere können sich über höhere Temperaturen und milde Winter freuen. Sie werden ihr Verbreitungsgebiet erweitern können. Dazu gehören beispielsweise Zecken, Fliegen und Mücken. Während wir uns in der Zukunft mit grösseren Mengen von ihnen beschäftigen müssen, wird das Überleben für den charismatischen Eisbär oder für die prächtigen Alpenrosen immer schwieriger.

Wie der WWF Schweiz schreibt, seien in der Schweiz besonders Alpenrosen und Fichten betroffen. Der Anstieg der Temperaturen werde der kälteliebenden Alpenrose zu viel sein. Sie werden voraussichtlich bis ins Jahr 2085 aus den Schweizer Westalpen verschwunden sein. Die Fichte werde wahrscheinlicher mit der Trockenheit im Mittelland zu kämpfen haben. Durch Trockenstress sei sie anfälliger auf Krankheiten und Schädlinge. So werde sie sich vermutlich in höheren Lagen ausbreiten und sich mit der Buche konkurrenzieren.

Durch die Erwärmung der Arktis verschwinden die Meereisflächen. Um jagen zu können, sind Eisbären jedoch auf das Meereis angewiesen. Auch deren Hauptbeute, die Robben, benötigen das Eis. Bis 2050 könnten daher die Eisbärenbestände um zwei Drittel einbrechen.

Zu den Klima-Gewinnern zählen insbesondere Insekten. Zecken, Fliegen, Mücken, Schaben und Entenflöhe sind wärmeliebend. Warme Temperaturen auch in höheren Lagen erlauben den Insekten die Ausbreitung in neue Lebensräume. Kalte Winter helfen bei der Eindämmung von Insekten. Da jedoch die Temperaturen ganzjährig wärmer sind, können sich auch Arten aus  wärmeren Regionen in der Schweiz heimisch fühlen. So beispielsweise die asiatische Tigermücke, die seit dem 2003 im Tessin beobachtet wird. Lokal können sie auch Krankheiten, wie das Denguefieber oder den Chikungunya-Virus verbreiten.

2 Kommentare

  • Al Gorner

    Das wohl wärmste Jahr seit Beginn der Messung. Und was war vor der Messung ? Die Geschichtsquellen sind voll von Freak-Wetter. Klimawandel ? Das globale Klima ist ein offenes,dynamisches System und daher in Dauer-Wandel. Seit über 600 Millionen Jahren.
    PS 2015 ist ein extremes El Nino Jahr. Das blenden Sie aus. Warum?

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  • werner pluss

    „Most of the temperature-related mortality burden was attributable to the contribution of cold.“ Dr. A. Gasparrini et al, Mortality risk attributable to high and low ambient temperature, The Lancet, eine der ersten Wissenschaftspublikationen, online am 20. Mai 2015.

    Weniger Leute sterben wenn es wärmer ist als bei Kälte. Warum wird diese erfreuliche Tatsache nicht erwähnt? Instinktiv weiss der Körper, dass Eine Verdoppelung vom weltweiten theoretischen Mittel von ca 15 Grad C überlebbar ist, eine Reduktion um den gleichen Wert, ohne ungesunde, umweltschädliche Hilfsmittel, Kleider, Heizung, tödlich ist. Zudem vermisse ich Angaben über die gewaltige Einsparung von Energie, weniger Treibhausgas, wenn es wärmer ist als ’normal‘. Inconvenient facts?

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