Bachflohkrebs wasser wirbellose

Gewässertiere verhungern wegen Insektiziden

  • Eliane Küpfer
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Wie Naturschutz.ch berichtete hat das schweizerische Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) Ende April den Einsatz von Nervengiften der Neonicotinoid Gruppe für zwei Jahre stark eingeschränkt. Dies ge- schah vor Allem zum Schutz der Bienen, denn die Stoffe stehen unter Verdacht zum Bienensterben beizutragen.

Eine neue Studie der Eawag zeight nun, dass dieselben Insektizide auch auf wirbellose Kleintiere im Wassser toxisch wirken. Die be- teiligten Forscher/innen haben dazu einheimische Bachflohkrebse sowohl erhöhten Puls-Konzentrationen als auch schwachen Lang- zeitkonzentrationen ausgesetzt. Kurzzeitige Belastungsspitzen treten auf, wenn während oder kurz nach einer Anwendung der Mittel auf den Feldern Regen fällt und ein Teil der gut löslichen aber schwer abbaubaren Stoffe in Oberflächengewässer abgeschwemmt wird.

Interessanterweise konnten die kurzen Spitzen den Organismen weniger anhaben als eine deutliche tiefere, aber über mehrere Tage oder Wochen anhaltende Konzentration. Hier verhungerten die Tiere nach 14 Tagen bis drei Wochen, weil das Nerven- gift Fortbewegung und Nahrungsaufnahme der Tiere stört.

Der Effekt des langsamen Verhungerns unter einer zwar relativ geringen aber andauernden Belastung mit Neonicotinoiden wird in üblichen Toxizitätstest nicht erfasst, weil diese nicht über mehrere Wochen durchgeführt werden. Zudem hat die Studie aufgedeckt, dass es entscheidend sein kann, zu welcher Jahreszeit und aus welcher Umgebung die Testtiere entnom- men werden. Denn ihre Fitness und ihre Fettreserven beim Start der Tests wirken sich stark auf die Resultate der Versuche aus.

Bild: MdE (de) [CC-BY-SA-3.0-de ], via Wikimedia Commons

Weitere Informationen

Originalartikel: Nyman A-M, Hintermeister A, Schirmer K, Ashauer R (2013) The Insecticide Imidacloprid Causes Mortality of the Freshwater Amphipod Gammarus pulex by Interfering with Feeding Behavior. PLoS ONE 8(5): e62472. doi:10.1371/journal.pone.0062472

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