© .taschentuch [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Gewässerschutz-Skandal am Zürcher Obersee

  • Kathrin Ruprecht
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Die riesige Kiesaufbereitungsanlage und das Betonwerk in der Nuoler Bucht am Zürcher Obersee hätten bis Ende 2014 abgebrochen werden müssen. Die Kibag AG bricht den Vertrag und tritt damit den Gewässer- und Landschaftsschutz mit Füssen. Für Aqua Viva eine unhaltbare Situation, die unverzüglich korrigiert werden muss.

Die Gewässerschutzorganisation Aqua Viva berichtet über die Situation auf dem Kibag AG Gelände am Obersee. Die Organisation setzt sich landesweit für einen umfassenden Schutz und die Aufwertung von aquatische Lebensräumen ein.

Nachdem die Kibag AG über Jahrzehnte von den natürlichen Ressourcen in und um Nuolen profitiert hat, unterzeichnete der Grosskonzern im August 2008 einen öffentlichen Vertrag mit den Gemeinden Tuggen und Wangen SZ. Der Inhalt könnte klarer nicht sein: Die Kibag AG verpflichtete sich, dass die Rückbauarbeiten der zwischenzeitlich stillgelegten Kiesaufbereitungsanlage und des Betonwerks in der Nuoler Bucht bis spätestens 31. Dezember 2014 beendet sind. Nachdem die Frist nun abgelaufen ist, pocht die Kibag AG auf Anpassung und damit auf Nicht- Einhaltung des Vertrages. Die Obersee Nachrichten berichteten ausführlich zu den Hintergründen.

Aus Sicht von Aqua Viva ist das ein Skandal. Mit dem Vertragsbruch wird der Gewässerschutz von der Kibag AG zum zweiten Mal mit Füssen getreten. Mit ihrem Projekt Nuolen See wollte die Kibag AG auf dem Gelände des Betonwerks auf 700 Metern Seelänge eine gigantische Überbauung mit 65 Häuser realisieren. Dafür hätte auf rund 15’000 m2 der See aufgeschüttet werden sollen. Dieses Projekt steht eindeutig im Widerspruch zum eidgenössischen Gewässerschutzgesetz. Das hat auch das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz festgehalten und eine im Oktober 2013 die Beschwerde von Aqua Viva, der lokalen Uferschutzorganisation Ripa Inculta und Privaten gutgeheissen. Die Kibag AG hat das Urteil nicht akzeptiert und an das Bundesgericht weitergezogen. Der Entscheid ist hängig.

Unabhängig davon wie das Bundesgericht zum Fall Nuolen See urteilen wird, ist für Aqua Viva klar: Der Rückbau der Kies- und Betonanlagen in der Seebucht von Nuolen muss unverzüglich vollzogen werden. Es gilt, das beeinträchtigte Seeufer zugunsten der Bevölkerung und der Natur aufzuwerten. Nur der Rückbau der Betonanlagen macht den Weg frei, aus einem Schandfleck ein vielfältiges Erholungsgebiet in unmittelbarer Nähe zu einzigartigen Naturschutzgebieten am Zürichsee zu schaffen. Aqua Viva fordert die Gemeinden Tuggen und Wangen auf, mit aller Klarheit auf die Einhaltung des Vertrages zu pochen. Zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger von Wangen und Tuggen, die über Jahrzehnte die Beeinträchtigungen durch den Kiesabbau ertragen mussten.

Aga - Trigon Film

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