Mais Feld Weg

Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen lohnen sich kaum

  • Dominique Haiden
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Bis Ende 2013 gilt in der Schweiz das Gentechnik-Moratorium, das den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen (GVP) verbietet. Sollten nach dessen Ablauf GV-Ackerkulturen angepflanzt werden, muss dafür gesorgt werden, dass eine Vermischung mit konventionellen Kulturen verhindert wird. Dies wird durch so genannte Koexistenz-Massnahmen erreicht. Wie sich die Koexistenz-Kosten auf die Wirtschaftlichkeit beim GVP-Anbau auswirken, hat die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART in einer Studie mit fünf gentechnisch veränderten Ackerkulturen untersucht.

Den Berechnungen zufolge liegen die Zusatzkosten für die Koexistenz je nach Kultur und Anbaubedingungen zwischen 73 und 1023 Franken pro Hektare. Das entspricht einem Anteil von 1 bis 20 Prozent an den gesamten Produktionskosten. Den Zusatzkosten stehen Ertragsvorteile und Einsparungen (z.B. bei Pflanzenschutzmitteln) durch GVP gegenüber. Bei der Kosten-Nutzen-Rechnung schneiden Herbizid-resistente Kulturen besser ab als ihre konventionellen Varianten. Schlechter schneiden hingegen Insekten-resistenter Körnermais und Pilz-resistenter Weizen ab.

Ob sich ein Anbau von GVP lohnt, hängt nicht allein von der gewählten Ackerkultur ab, sondern von einer Vielzahl weiterer Faktoren. Dazu zählen unter anderem Betriebsgrösse und -struktur und gesetzliche Auflagen. Die Ergebnisse der Studie lassen darauf schliessen, dass die Wirtschaftlichkeit ein relativ kleiner Anreiz für den Anbau von GVP wäre. Bei restriktiven gesetzlichen Auflagen wäre ein Anbau nicht mehr rentabel.

 

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