Vorerst bleibt der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen Sache der Forschung (Hier Weizen). | © Tina B., [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Vorerst bleibt der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen Sache der Forschung (Hier Weizen). | © Tina B., [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Gentech-Moratorium für weitere vier Jahren

  • Cécile Villiger
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Der Nationalrat hat entschieden das Gentechnik-Anbau-Moratorium um vier Jahre zu verlängern. Auch die Koexistenz-Regelung lehnt er ab. Die Anlage geht nun an den Ständerat.

In der Schweiz besteht seit der Volksabstimmung im Jahr 2005 ein Anbaumoratorium für gentechnisch veränderte Pflanzen. Dieses wurde später vom Parlament bis 2017 verlängert. Als einziges Land Europas verzichtet die Schweiz auch auf den Import von Gentech-Futtermitteln. Der Verzicht auf gentechnisch veränderte Organismen (GVO) ist Bestandteil der meisten Labels wie der Knospe von Bio Suisse, Suisse Garantie oder IP-Suisse.

Im Gegensatz zum Bundesrat hat der Nationalrat sich auch gegen eine Koexistenz-Regelung ausgesprochen. Damit unterstützt er die Marktpartner, indem er die Positionierung der Schweiz mit gentechfreien Qualitätsprodukten stärkt und teure Warenflusstrennungen und Koexistenz-Massnahmen vorläufig überflüssig macht. Nach dem Entscheid des Bundesrats sollte die Zeit bis Ablauf des Moratoriums genutzt werden um gleichzeitig die Grundlagen für den Anbau von GVO zu schaffen. Mit dem Vorentscheid des Nationalrats wurden die beiden Anliegen entflochten. Eine Koexistenz-Gesetzgebung auf Vorrat wäre bürokratischer Leerlauf, widerspräche dem Branchenwillen und würde falsche Signale setzen, findet Bio Suisse.

Der Entscheid gilt aber nicht für die Wissenschaft. In der Forschung darf weiterhin mit gentechnisch veränderten Organismen gearbeitet werden. Erst kürzlich bewilligte das Bundesamt für Umwelt den von Agroscope beantragte Feldversuch transgenen Weizen anzupflanzen.

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