© Rama (Own work) [CC-BY-SA-2.0-fr], via Wikimedia Commons
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Genfer Politik fordert tierversuchsfreie Methoden

  • Nicole Wabersky
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Noch immer wird an Schweizer Universitäten grösstenteils auf veraltete Tierversuche gesetzt. Damit ignorieren sie die Vorgaben des Schweizer Tierschutzgesetzes (TschG), die Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften sowie der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz.

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert die Umsetzung des TschG und verlangt eine Forschung im Nutzen von Mensch und Tier.

Obwohl laut dem TSchG Methoden, welche Tierversuche ersetzen oder mit weniger Versuchstieren auskommen, gefördert und angewendet werden müssen, nimmt die Zahl der Tierversuche an den Schweizer Universitäten stetig zu.

Die Universität Genf wird nun laut Mitteilung vom Grossen Rat mittels Motionsbegehren aufgefordert, die Entwicklung von tierversuchsfreien Methoden zu fördern. Der Grosse Rat fordert darin, dass «im Dienste der öffentlichen Gesundheit die bestmöglichen Forschungsmethoden angewendet werden müssen».

Neben dem Nichteinhalten des TschG, klagt der Grosse Rat unter anderem die  mangelnde Reproduzierbarkeit der Tierversuche, die nicht aussagekräftigen Ergebnisse der Forschung mittels Tiermodellen und das Versäumnis, nicht mehr Zeit und Geld in tierversuchsfreie Methoden investiert zu haben, an.

Obwohl in den letzten Jahren ein Lehrstuhl für tierversuchsfreie Methoden geschaffen wurde – welcher allerdings von privaten Organisationen finanziert wird –, wird dem Potential der tierversuchsfreien Methoden an den Schweizer Universitäten wenig Beachtung geschenkt.

Innovative Forscher, die nicht mittels Tierversuchen forschen wollen, werden an den Universitäten kaum bis gar nicht unterstützt. Ein Beispiel dafür sind drei Forscher, welche 2006 die Universität aus diesem Grund verlassen, und das Unternehmen Epithelix in Plan-les-Ouates gegründet haben.

Dank seiner innovativen tierversuchsfreien Forschung hat Epithelix schon in kurzer Zeit viel zur modernen Forschung beigetragen und bereits mehrere internationale Auszeichnungen gewonnen.

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