Gejagte Jäger

  • Monika Jung
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HaiZehn Jahre, nachdem sich die Mitgliedsstaaten der UN-Welternährungsorganisation auf einen internationalen Plan zum Schutz der Hai-Arten verständigt haben, ziehen die Umweltschutzorganisationen WWF und TRAFFIC eine durchwachsene Bilanz. Schätzungsweise rund 73 Millionen Exemplare landen nach einem Bericht zur Zukunft der Haie jedes Jahr in Fischernetzen. Ihre charakteristischen Rückenflossen gelten vor allem in Südostasien als Spezialität.

„Trotz der gefassten Beschlüsse aus dem Jahr 2001 haben nur 13 der 20 bedeutendsten Haifangnationen einen nationalen Schutzplan verabschiedet“, kritisiert Katalina Engel, deutsche WWF-Artenschutzexpertin. Die internationale Staatengemeinschaft müsse sich stärker für den Schutz der Haie einsetzen, da sie für das empfindliche marine Ökosystem von entscheidender Bedeutung seien.

Rund 30 Prozent der weltweiten Hai-Arten sind weiterhin stark bedroht oder kurz davor dies zu werden, warnt der WWF in seiner aktuellen Stellungnahme. Trotz dieser alarmierenden Zahlen ließe sich im internationalen Handel keine oder nur eine geringe Verbesserung erkennen. Gerade die steigende Nachfrage aus Südostasien heize den Markt weiter an. Die weltweit größten Märkte für Haifischflossen und –fleisch sind neben Indonesien, Taiwan, Indien oder Japan, auch westliche und lateinamerikanische Länder wie Spanien, die USA und Argentinien. Auch in Deutschland steht Haifisch auf dem Speiseplan. Der in der Nordsee heimische und laut Roter Liste gefährdete Dornhai wird unter den beschönigenden Namen „Schillerlocke“ oder „Seeaal“ angeboten.

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Bild: naturepl.com/Jeff Rotman / WWF Deutschland

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