Untersee, Bodensee, Landschaft

Gegen Wind am Bodensee?

  • Nora Kieselbach
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Der baden-württembergische Regionalverband Bodensee-Oberschwaben hat den Kanton Thurgau zur Stellungnahme zu ihrem Teilregionalplan Windenergie eingeladen. Denn zwei Standorte entlang des deutschen Bodensee-Ufers hätten auch landschaftsrelevante Auswirkung auf die Gebiete südlich des Boden- bzw. Untersees, d.h. auf die Schweiz. Der Thurgauer Regierungsrat bittet den Verband daher um sorgfältiges Abwägen bei der Standortwahl und begrüsst dessen Zielsetzung, die Windenergienutzung auf möglichst konfliktarme Standorte zu konzentrieren.

In seiner Antwort auf die Vernehmlassung erachtet der Regierungsrat des Kantons Thurgau den vom Regionalverband Bodensee-Oberschwaben vorgelegten Teilregionalplan Windenergie als sehr sorgfältig ausgearbeitet. Die Thurgauer Regierung begrüsst zudem die Zielsetzung, die Windenergienutzung auf möglichst konfliktarme Standorte zu konzentrieren. Da Windenergieanlagen mit ihrer grossen Fernwirkung landschaftsrelevant sind, sei gerade entlang des Bodensees mit seinen landschaftlichen Schutzinteressen und seiner touristischen Bedeutung ein sorgfältiges Abwägen nötig, schreibt der Regierungsrat in seiner Vernehmlassungsantwort an den Verband. Die Wirkung auf die Landschaft müsse im Einzelfall betrachtet werden.

Die am deutschen Bodensee-Ufer gelegenen möglichen Standorte Nesselwangen und Gehrenberg hätten einen Einfluss auf Gebiete südlich des Boden-/Untersees im Kanton Thurgau. Dort sind grösse Flächen gemäss kantonalem Richtplan Gebiete mit Vorrang Landschaft; das Gebiet südlich des Untersees ist zusätzlich ein Objekt des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Der Wert dieser schützenswerten Gebiete liegt dabei nicht nur auf deren Fläche selbst, sondern auch in der Aussicht. Die beiden erwähnten Standorte für Windenergieanlagen sind sowohl vom Untersee- und Bodeseeufer als auch von angrenzenden Hügelzügen her einsehbar, gibt der Regierungsrat zu Bedenken. Er bittet daher den Verband Bodensee-Oberschwaben, ihn auch in zukünftige Verfahren betreffend dieser beiden Gebiete einzubeziehen.

Bild: Adrian Michael [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

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