Gefahrenkarten zu 80 Prozent erstellt

  • Redaktion Naturschutz
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Die grossen Anstrengungen der Kantone bei der Erarbeitung von Gefahrenkarten zeigen laut dem Bundesamt für Umwelt BAFU Wirkung. 80 Prozent der Gefahrenkarten sind erstellt, insbesondere die Gebiete mit hohem Schadenspotential sind erfasst. Die verbleibenden 20 Prozent sollen gemäss den kantonalen Planungen bis 2013 erarbeitet sein.

Die Kantone erstellen seit Ende der neunziger Jahre mit der Unterstützung des Bundes Gefahrenkarten. Aus den Karten ist ersichtlich, welche Naturgefahren wie Lawinen, Rutschungen, Steinschlag oder Hochwasser die Siedlungsgebiete bedrohen können. Die jährliche Erhebung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) über den Stand der Erstellung der Gefahrenkarten zeigt, dass die Kantone Ende 2011die Gefahrenkarten zu 80 Prozent realisiert haben. Die noch fehlenden Karten sollen gemäss der Planung der Kantone bis Ende 2013 vorliegen.

Erstmals wird dann eine landesweite Übersicht über die gefährdeten Gebiete vorliegen. Damit sei der Prozess der Gefahrenbeurteilung jedoch nicht abgeschlossen, so das Bafu. „Die Bedrohung durch Naturgefahren muss regelmässig überprüft und die Gefahrenkarten müssen bei Bedarf angepasst werden.“

Umsetzung in Raumplanung wichtig

Ein wichtiger Schritt sei die Anwendung der Gefahrenkarten in der Raumplanung. Bis heute seien rund zwei Drittel der Gefahrenkarten in der kommunalen Nutzungsplanung verbindlich bis auf Stufe Parzelle umgesetzt. Den Nutzen von Gefahrenkarten haben zum Beispiel die Ereignisse vom 10. Oktober 2011 im Kandertal im Kanton Bern gezeigt: Aufgrund der Gefahrenkarten waren vorsorgliche Schutzmassnahmen ergriffen worden, so dass vielerorts grössere Schäden verhindert werden konnten.

„In Zukunft müssen die Lücken bei den Gefahrengrundlagen geschlossen werden“, schreibt das Bafu. „So gilt es, weitere Gefahren etwa aufgrund aussergewöhnlicher Niederschläge wie das Eindringen von Wasser in Gebäude durch Kanalisationsrückstau, Hangwasser oder Grundwasseranstieg zu erfassen.“ Der Bund wird diese wichtigen Arbeiten auch in Zukunft fördern, indem er 50 Prozent der Kosten übernimmt.

BAFU

Bild: Stefan Grünig/Wikipedia

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