Umweltbewusst wählen

  • Stefanie Pfefferli
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Die Umweltorganisationen haben im Hinblick auf die Wahlen 2011 das Umweltprofil der National- und der Ständeräte bewertet. Ab sofort können sich Wählerinnen und Wähler auf www.umweltrating.ch ein detailliertes Bild davon machen, welche der Kandidatinnen und Kandidatensich für die Umwelt einsetzen. Eine grosse Zustimmung zeigte die Befragung der kandidierenden Politikerinnen und Politiker  bei den Themen Atomausstieg und Energiewende.

Greenpeace, Pro Natura, Verkehrs-Club Schweiz, WWF Schweiz, die Schweizerische Energie-Stiftung und SVS/BirdLife Schweiz haben das Abstimmungsverhalten der amtierenden PolitikerInnen analysiert und zudem eine Befragung der Kandidierenden zu den grossen Themen der Umweltpolitik der neuen Legislatur durchgeführt.

Das Umweltrating zeigt nun die Auswertung der Befragung. Das links-grüne Lager aus SP (97% Übereinstimmung mit den Umweltorganisationen), Grüne (97%) und PdA (95%) setzt sich weiterhin uneingeschränkt für die Umwelt ein. Das bürgerliche Lager hingegen ist in der Umweltfrage gespalten. Auf der einen Seite stimmen SVP (10%), EDU (24%) und Lega (25%) konsequent umweltfeindlich. Auch die FDP bewegt sich wie vor vier Jahren bei tiefen 30 Prozent herum. Auf der anderen Seite des bürgerlichen Lagers stehen diejenigen Parteien, die mehrheitlich im Sinne des Umweltschutzes entschieden haben. Dies sind CVP (59%), BDP (64%), CSP (93%), glp und EVP (beide 97%). Damit stehen die beiden bürgerlichen Parteien glp und EVP ebenfalls uneingeschränkt für die Umwelt ein. „Noch deutlicher hat sich der Graben zwischen links und rechts in der einst so ideologisch aufgeladenen Energiefrage in die Mitte des bürgerlichen Blocks verschoben“, so Markus Allemann, Co-Geschäftsleiter von Greenpeace. Die Umweltfreundlichkeit der BDP stieg in diesem Bereich bis auf knapp 77 Prozent und die der CVP auf gut 60 Prozent.

Wahlversprechen Atomausstieg

An der Befragung hat rund 1/3 der Kandidierenden teilgenommen. Die Antworten auf die 25 Fragen sehen die Umweltorganisationen als umweltpolitisches Wahlversprechen für die nächste Legislatur. Ausserdem zeigen die Antworten der Kandidierenden eine grosse Zustimmung zum Atomausstieg. Dem Ziel einer Energieversorgung, welche zu mindestens 31 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt, stimmen über 97 Prozent der Befragten zu, für die Neuwageneffizienz bis 2020 gemäss EU-Regelungen 95%. „Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Umweltabstimmungen im Parlament äusserst knapp ausfallen. Die Zusammensetzung des Parlaments ist deshalb für die künftige Politik, die auf Landschaft, Natur und Ressourcen Rücksicht nimmt, zentral“, wie Rico Kessler von Pro Natura betont. „Umweltbewusste Wählerinnen und Wähler müssen wissen, wen sie wählen können“, sagt Caroline Beglinger, Bereichsleiterin Verkehrspolitik beim VCS. „Das Umweltrating liefert die Grundlage dazu“.

Bild: public domain (Wikimedia Comons)

pro natura

WWF Schweiz 

Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife

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