Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)

Geburtshelferkröte – Tier des Jahres 2013

  • Corinna von Kürthy
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Pro Natura gab heute in einer Medienmitteilung bekannt, dass die Geburtshelferkröte zum Tier des Jahres 2013 gewählt wurde. Diese gerade einmal 3.5 bis 5 Zentimeter grosse Amphibienart macht sich meist nur durch ihren einzigartigen, glockenhellen Ruf bemerkbar. „Glögglifrosch“ nennt der Volksmund in der Deutschschweiz die Art deshalb auch treffend. Besonders auffällig sind die grossen, goldig schimmernden Augen der Geburtshelferkröte.

Die Lebensweise der Geburtshelferkröte ist einmalig unter den einheimischen Amphibienarten. Als einziger einheimischer Froschlurch paart sie sich an Land und legt die Eier nicht ins Wasser ab. Stattdessen wickelt sich das Männchen die besamten Eischnüre um die Fersengelenke und trägt sie drei bis sechs Wochen mit sich herum. Die Larven der Geburtshelferkröte behaupten sich in verschiedensten Gewässern, von Tümpeln über Teiche und Weiher bis zu langsam fliessenden Stellen in Bächen oder Flüssen. Unabdingbar für das Überleben des „Glögglifroschs“ ist aber ein passender Landlebensraum in der Nähe des Gewässers.

Die Geburtshelferkröte lebt in der Schweiz im hügeligen Mittelland, im Jura und in den Voralpen. Südlich der Alpen fehlt sie. Die Bestände haben in den letzten 25 Jahren dramatisch abgenommen: Fast die Hälfte der bekannten Vorkommen ist laut Pro Natura erloschen. Hauptgrund ist der Verlust und die Veränderung von Lebensräumen. In unserer trocken gelegten und aufgeräumten Landschaft fehlt es ihr an Lebensraum. Fliessgewässer wurden begradigt, Feuchtgebiete trockengelegt, Wiesen drainiert, Oberflächen versiegelt, Steinhaufen weggeräumt.

Nicht nur die Geburtshelferkröte ist deshalb in Bedrängnis: 14 der 20 Amphibienarten der Schweiz sind gefährdet. Mit der Wahl der Geburtshelferkröte zum Tier des Jahres 2013 richtet Pro Natura das Scheinwerferlicht somit auch auf die Not aller Amphibien in der Schweiz und ruft dazu auf, bestehende Amphibiengewässer und Landlebensräume zu erhalten und neue zu schaffen.

Bild: Felix Reimann [CC-BY-SA-3.0 ], via Wikimedia Commons

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