Galmiz: Land wurde umgezont

  • Redaktion Naturschutz
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Der Freiburger Staatsrat hat heute die Umzonung zur Ansiedlung einer Pharmafabrik in Galmiz bewilligt. Es sind ökologische Ausgleichsflächen geplant. Falls sich das Unternehmen gegen Galmiz entscheide, werde das Grundstück automatisch wieder der Landwirtschaftszone zugeführt, sagte der Staatsrat. Keine festen Zusicherungen konnte dieser allerdings bei der Kompensation der Fruchtfolgeflächen machen. Diese werde in den nächsten Monaten in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) geprüft.
Die amerikanische Firma hat gemäss dem Freiburger Staatsrat kommuniziert, dass in der Schweiz nur Galmiz die gewünschte Grösse und flache Topografie bieten könne. Die drei Staatsräte kritisierten erneut scharf die Projektgegner, allen voran die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL), die unter anderem in Inseraten zum Protest gegen die Umzonung aufgerufen hat.

Die SL ihrerseits hat das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) wegen seiner Beurteilung der umstrittenen Umzonung in Galmiz FR scharf kritisiert. Das ARE hatte das Projekt als grundsätzlich gesetzeskonform bezeichnet. Dieser Entscheid sei „skandalös“, die Umzonung unterlaufe alle Bemühungen für eine koordinierte Siedlungsentwicklung, sagte Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der Stiftung. Für die Raumplanung drohe ein Präzedenzfall mit unabsehbaren Folgen. Das ARE wies die Vorwürfe an einer Medienkonferenz zurück.
Die SL erwägt nun eine Aufsichtsbeschwerde gegen die Freiburger Kantonsregierung. Es sei für die Kantonsregierung unmöglich, in dieser kurzen Zeit die vom ARE formulierte Bedingung zu erfüllen, damit die Einzonung rechtskonform werde, erklärte Rodewald.

Der Fachverband Schweizer Raumplaner und Raumplanerinnen FSU ist ebenfalls besorgt über die Umzonug im freiburgerischen Galmiz. Das Areal sei ungeeignet und erfülle die Ziele des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes nicht. Klaut FSU steht die Glaubwürdigkeit der Raumplanung auf dem Spiel.

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