Galmiz: Fabrik wird nicht gebaut

  • Redaktion Naturschutz
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Die Landschaftsschützer und Umweltverbände können sich freuen: Der US-Multi Amgen baut seine Biotech-Fabrik nicht in Galmiz im Grossen Moos, sondern in Irland. In Galmiz wurde für die Fabrik extra ein riesiges Landwirtschaftsgebiet umgezont – diese Handlung spottete jeglicher Raumplanungsgrundsätze. Allerdings wurde sie sogar vom Bundesamt für Raumentwicklung und vom Bundesrat gutgeheissen.
Das Aktionskomitee Galmiz des Landschaftsschützers Hans Weiss freut sich über den Entscheid. Künftig müsse der Bund seine Koordinationsaufgabe besser wahrnehmen, um nachhaltige Wirtschaftsförderung zu betreiben. Der Landschaftsschutz hatte sich nie gegen die Ansiedlung einer grossen Fabrik in der Schweiz ausgesprochen, pochte aber darauf, diese an einem raumplanerisch geeigneten Ort zu bauen. So wäre zum Beispiel ein Industriegebiet in Yverdon dafür prädestiniert gewesen.
Dieser Meinung sind auch die SP und die Grünen. Nationalrätin Barbara Marty Kälin (SP) sagte dem Tages Anzeiger: „Den Entscheid gegen Galmiz bedaure ich nicht. Ich bedaure aber, dass Yverdon nicht zum Zug kam – oder eine Industriebrache“.
Die Befürworter des Projekts sind nach dem Entscheid enttäuscht. Bundesrat Deiss sagte, er werde sich künftig gegen zu viel Opposition einsetzen. Die Firma Amgen sagte bei der Verkündung des Entscheids, die Protestaktionen der Landschaftsschützer seien nicht ausschlaggebend gewesen. Vielmehr sei das Gebiet in Irland geeigneter, da sich dort bereits viele Chemiefirmen angesiedelt haben, und qualifizierte Hochschulabgänger seien in Irland eher zu finden. Das Gebiet in Galmiz, das der Strafanstalt Bellechasse gehört, wird nun wieder zu Landwirtschaftsland umgezont.

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Aktionskomitee Galmiz

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