Fusion von Aqua Viva und Rheinaubund

  • Benjamin Kämpfen
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Die beiden traditionsreichen Gewässerschutzorganisationen Aqua Viva und Rheinaubund haben sich zum neuen Verband mit Namen „Aqua Viva – Rheinaubund“ zusammengetan. Das hat die erste gemeinsame Mitgliederversammlung vom Samstag, 8. September, in Meiringen noch einmal bekräftigt, nachdem im Juni die beiden Vereine den Entschluss zur Fusion bereits einzeln gefasst hatten. Der Verband Aqua Viva – Rheinaubund lanciert damit einen neuen Abschnitt des Gewässerschutzes in der Schweiz.

Die beiden Vorläuferorganisationen Rheinaubund und Aqua Viva sind beide aus starken Bewegungen gewachsen. Der Rheinaubund (gegründet 1960) aus dem Engagement gegen das Kraftwerk Rheinau, Aqua Viva (gegründet 1970) vor allem aus dem Widerstand gegen die Lastschifffahrt im Mittelland. Beide setzten sich vor der Fusion für einen umfassenden Schutz und die Aufwertung von Gewässern, Auen, Feuchtgebieten sowie von Gewässer- und Moorlandschaften ein.

Die erste Mitgliederversammlung fand nicht zufällig in Meiringen, am Fuss des Grimsels statt: Aqua Viva – Rheinaubund wehrt sich zusammen mit dem Grimselverein gegen das Projekt der Mauererhöhung, welche einen Teil der Moorlandschaft zerstören würde. Der rasante Ausbau der Wasserkraft ist nur ein Aspekt, der den Gewässern zu schaffen macht. Auch Siedlungswachstum und Intensivierung der Landwirtschaft tragen vielerorts zu einer Beeinträchtigung der ökologischen und landschaftlichen Qualitäten bei. «Mit der Fusion verfolgen wir das Ziel, die Kräfte zu bündeln und damit dem Gewässerschutz auf nationaler Ebene mehr Gewicht zu verleihen», meint Präsident Thomas Weibel, Nationalrat (glp/ZH) und Professor an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. «Leider verstehen viele unter Gewässerschutz immer noch lediglich sauberes Wasser. Aber das genügt nicht. Wir dürfen heute nicht wider besseres Wissen wiederholen, was bis in die 1970er oder 1980er Jahre wohlmeinend aber falsch gemacht worden ist. Sonst werden wir diese Fehler später teuer bezahlen müssen», so Weibel.

Aqua Viva – Rheinaubund

Bild: Earth explorer (Wikimedia Commons)

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