Für Renaturierungsfonds ausgezeichnet

  • Barbara Darani
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fluss2Seit über zehn Jahren existiert der Renaturierungsfonds des Kantons Bern, der aus den kantonalen Wasserzinseinnahmen gespeist wird. Seither wurden mehr als 450 Renaturierungsprojekte für über 28 Millionen Franken an Berner Gewässern realisiert. Dadurch konnten Lebensräume an und in Gewässern aufgewertet werden, in der Regel im Zusammenwirken mit wasserbaulichen Vorhaben für den Hochwasserschutz und den Gewässerunterhalt. Für diese vorbildliche Zusammenarbeit über verschiedene Bereiche der Wasserwirtschaft und des Naturschutzes hinweg – zugunsten von Mensch und Natur – erhält der Kanton Bern den Gewässerpreis 2009. Der Gewässerpreis wird alle zwei Jahre von Pro Natura, vom Schweizerischen Wasserwirtschaftsverband, vom Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute VSA und vom Verein für Ingenieurbiologie VIB vergeben.

Am 23. November 1997 schaffte das Berner Stimmvolk die Voraussetzung für eine Spezialfinanzierung zur Aufwertung von Gewässern: den Renaturierungsfonds. Zehn Prozent der jährlichen Abgaben für die Wasserkraftnutzung lässt der Kanton in den Fonds fliessen. Ziel des Renaturierungsfonds ist die Verbesserung und Wiederherstellung von Lebensräumen und Funktionen natürlicher Gewässer. Der Fonds unterstützt Gemeinden und Private durch die subsidiäre Finanzierung von Restkosten und schafft dort Anreize, wo ein Handlungsbedarf ausschliesslich oder überwiegend aus ökologischer Sicht besteht.

Stellvertretend für alle anderen Projekte erfolgte die Gewässerpreisverleihung in Rubigen, der Standortgemeinde der Hunzigenau an der Aare. Die Hunzigenau ist ein musterhaftes Beispiel einer Hochwasserschutzmassnahme. Dank umfangreichen
Renaturierungsmassnahmen (siehe Box) konnte der Lebensraum im und am Wasser
ökologisch stark aufgewertet werden und die Uferzone wird nun von der breiten Bevölkerung als Naherholungsgebiet genutzt.

Baudirektorin Barbara Egger-Jenzer betonte anlässlich der Preisverleihung, dass nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch von Renaturierungen profitiere: Einerseits sind
Renaturierungsmassnahmen auch Hochwasserschutzmassnahmen. Den Gewässern und
der Natur mehr Raum zu geben, schütze die Menschen besser vor Naturgewalten, legte
Barbara Egger-Jenzer dar. Anderseits schaffen Renaturierungen auch Naherholungsräume für Menschen, wie das Beispiel der Hunzigenau zeige. Volkswirtschaftsdirektor Rickenbacher zeigte sich überzeugt davon, dass die Verleihung den Kanton Bern anspornen wird, auch weiterhin für die Renaturierung der bernischen Gewässer einzustehen. Er unterstrich dabei, dass es aus ökologischer Sicht sehr wichtig sei, wenn aus weitgehend kanalisierten Fluss- und Bachläufen wieder verzweigte, lebendige Gewässer geschaffen würden.

Medienmitteilung
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