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5 Gebirgslandeplätze bei Zermatt

  • Barbara Darani
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heliskiingDas vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) am 23. Juni in die Vernehmlassung geschickte Objektblatt Gebirgslandeplätze (GLP) Region Wallis Süd-Ost beinhaltet den von Zermatt lange Zeit illegal betriebenen neuen Landeplatz Trift. Aufgehoben wird der am Rand des BLN-Objektes gelegene GLP Unterrothorn. Nach einem langwierigen Verhandlungsprozess wird nun keine Reduktion der GLP vollzogen, ja im Gegenzug ein neuer Platz geschaffen. Dies lässt für die weiteren GLP-Regionen Schlechtes erahnen.

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL setzt sich seit vielen Jahren für eine Lösung der Konflikte ein, welche die Gebirgsfliegerei insbesondere in nationalen Schutzgebieten verursacht. So hat die SL bereits im Jahre 1997 in einer Studie  nachgewiesen, dass 22 der offiziell 42 Gebirgslandeplätze in Schutzgebieten liegen und bei diesen das Konfliktpotenzial mit Natur- und Landschaftsschutz gross ist. Entsprechend hat die SL schon damals die ersatzlose Streichung dieser 22 GLP gefordert und hält auch heute noch an diesem Standpunkt fest.

Die „Lösung“ des jahrelangen Seilziehens, wie sie das BAZL nun präsentiert, setzt schweizweit ein denkbar schlechtes Signal: um Konflikte zu beheben, wird ein neuer Gebirgslandeplatz geschaffen! Dies ist umso brisanter, als dass sich die zur Diskussion stehenden Gebirgslandeplätze in naturräumlich bedeutenden Gebieten befinden (BLN-Objekt, kantonales Landschaftsschutzgebiet, kant. Jagdbannbezirk, etc.). Dieser Schutz verpflichtet und soll nicht dazu animieren, das Heliskiing und die Gebirgsfliegerei generell mit der Schaffung eines neuen Landeplatzes auszuweiten. Nach entsprechender Interessensabwägung kann in solchen Gebieten das öffentliche Interesse des Natur- und Landschaftsschutzes durchaus höher als jenes der Gebirgsfliegerei gewichtet werden.

Die SL hält deshalb folgendes fest: sollte den Interessen der Region stattgegeben und der Gebirgslandeplatz Trift geschaffen werden (mit bedeutender Ausweitung der Flugbewegungen) ist dieser zwingend zu kompensieren. D.h. diese Massnahme muss zur Aufhebung der Gebirgslandeplätze Monte Rosa und Unterrothorn führen, die sich beide im BLN-Objekt 1707 befinden. Eine weitere Möglichkeit zur Konfliktbereinigung wäre die Kontingentierung und nicht nur die saisonale Beschränkung von Flugbewegungen.

SL
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