Der Platz für Tanks mit kontaminiertem Wasser wird langsam knapp. | © IAEA Imagebank, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Der Platz für Tanks mit kontaminiertem Wasser wird langsam knapp. | © IAEA Imagebank, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Fukushima: Fünf Jahre danach

  • Amanda Buol
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Genau vor fünf Jahren geschah das Fukushima-Unglück auf Japan. Was ist seitdem in der Atompolitik in der Schweiz passiert?

Am 11. März 2011 wurde ein Tsunami vor der japanischen Küste durch ein Erdbeben der Stärke 9.0 ausgelöst. Der Tsunami selber hatte mehr als 15’000 Menschenleben gefordert. Verheerender war jedoch die vom Tsunami verursachte Kernschmelze im AKW Fukushima Daiichi, dem zweitgrössten GAU der Geschichte. Nur noch das AKW-Unglück in Tschernobyl, das sich dieses Jahr zum 30. Mal verjährt, war grösser. Aufgrund des GAU leben noch heute 200’000 Menschen in Übergangswohnungen oder Containern.

Die Ereignisse vor fünf Jahren hat damals auch die Schweizer Energiepolitik bewegt, so die Schweizerische Energie-Stiftung (SES). Bundesrat und Parlament haben den Atomausstieg beschlossen. Die Beratungen über entsprechende Gesetze sind mittlerweile Fortgeschritten. So wurde erst vor kurzem die Energiestrategie 2050 im Parlament besprochen und Differenzen bereinigt (naturschutz.ch berichtete). Jedoch hat die Zustimmung zum Schweizer Atomausstieg stark abgenommen. Eine Regelung, die eine regelmässige Überprüfung der Sicherheit gefordert hätte, wurde aus der Energiestrategie geworfen, obwohl die Aufsichtsbehörde ENSI dies verlangt hatte. Alte AKWs dürfen unbefristet weiterlaufen. Im Gesetz bleibt nur das Verbot neuer AKWs erhalten.

Für Japan hatte die Katastrophe in Fukushima enorme Folgen. Dabei hatten sie noch Glück gehabt, so die SES. Hätte das Containment in Fukushima den geschmolzenen Reaktorkern nicht zurückhalten können, wäre alles in einem Radius von 250 km verseucht gewesen. Trotzdem können die Menschen nicht nach Hause weil es verstrahlt ist und die Kosten für Schadenersatz und Aufräumarbeiten sind enorm hoch.

Heute arbeiten 7000 Arbeiter in Fukushima. Sie versuchen immer noch verstrahltes Wasser zurückzuhalten, damit es nicht in offene Gewässer gelangt. Dabei muss es aus dem Reaktor gepumpt und gelagert werden. Die Bergung der Brennstäbe ist immer noch ungewiss und die betroffenen Reaktor können wegen der hohen Strahlung nicht betreten werden. Laut der Firma Tepco, die das AKW betrieben hatte, sollen die Arbeiten noch 30 bis 40 Jahre andauern.

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