Schweizer Energiekonzerne setzten immer noch auf Dreckstrom. | © Adrian Krucker, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Schweizer Energiekonzerne setzten immer noch auf Dreckstrom. | © Adrian Krucker, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Für Mensch und Umwelt: «Ja» zur Atomausstiegsinitiative

  • Cécile Villiger
  • 7

Wem die Umwelt, die Energiewende und der Heimatschutz am Herzen liegen, schreibt am 27. November ein beherztes «Ja» auf den Stimmzettel. Die Volksinitiative für einen geordneten Atomausstieg erhöht nicht nur die Sicherheit für die Bevölkerung, sondern reduziert auch die von uns verursachte Umweltbelastung.

Die Initiative für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie ergänzt die Energiestrategie 2050 bestens und definiert einen klaren Zeitplan für die Abschaltung der Schweizer Altreaktoren bis im Jahr 2029, finden die in der Umweltallianz vertretenen grossen Umweltschutzorganisationen – Greenpeace Schweiz, Pro Natura, VCS, WWF Schweiz und Schweizerische Energie-Stiftung SES. «Dank einer Energieversorgung basierend auf erneuerbaren Energien und gesteigerter Energieeffizienz kann künftig eine sichere Stromversorgung auch ohne fossile und atomare Energieträger gewährleistet werden», sagt Thomas Vellacott, CEO des WWF Schweiz.

Die Umweltbelastung und die Umweltkosten der Schweiz werden durch die Initiative erheblich reduziert: Atomstrom schneidet im Vergleich zu den Erneuerbaren schlecht ab, unter anderem wegen des äusserst problematischen radioaktiven Abfalls und der Aufbereitung des Urans. Hinzu kommen die verheerenden Folgen einer möglichen Atomkatastrophe für Mensch und Natur: «Ein Unfall in einem AKW in der Schweiz würde weite Teile unseres dicht besiedelten Landes auf Jahrzehnte hinaus unbewohnbar machen und unsere vielfältigen Kulturlandschaften mit ihrer typischen Biodiversität unwiederbringlich zerstören», sagt Rico Kessler von Pro Natura.

Die Alternativen zum ältesten AKW-Park der Welt sind schon jetzt vorhanden: In Europa wurden in den vergangenen Jahren sehr viele neue erneuerbare Anlagen gebaut, und der Strommix wird immer sauberer. Dazu beigetragen hat auch die Schweiz: «Mehr als ein AKW der Grösse von Mühleberg wurde bereits im Inland ersetzt, mehr als zwei AKW durch Investitionen von Schweizer Energieversorgern im Ausland», sagt Christian Engeli, Kampagnenleiter von Greenpeace Schweiz.

Alle Schweizer AKW können bis 2029 schrittweise ersetzt werden, und die Umweltallianz hat aufgezeigt, wie sich die Schweiz zu 100 Prozent aus einheimischem, erneuerbarem Strom versorgen kann: http://bit.ly/2«dXtdeV. Kaum ein anderes Land ist besser positioniert für die Energiewende als die Schweiz: Uns stehen die einheimische Wasserkraft, Sonne, Wind, Biomasse und Erdwärme zur Verfügung. Mit einer fachlich korrekten Abklärung von Standorten von Energieanlagen unter Einbezug der Heimat-, Natur- und Landschaftsschutzinteressen lassen sich Energieanlagen schnell und umweltverträglich realisieren.

Die Gegner der Initiative bemühen als Argument gegen den Atomausstieg den Klimaschutz; das ist falsch und scheinheilig, denn gerade sie haben bisher eine Dreckstrom-Abgabe und mehr Klimaschutz verhindert. «Wegen dieser Initiative wird kein neues Kohlekraftwerk gebaut», so Florian Brunner, SES-Projektleiter Fossile Energien & Klima. «Im Gegenteil, die Ausstiegsinitiative ist auch für das Klima ein Gewinn: Sie bringt den nötigen Schub für einen zügigen und verbindlichen Umstieg auf klimaschonende erneuerbare Energieträger.»

Mehr zur Initiative für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie erfahren Sie hier.

7 Kommentare

  • H Schnurr

    Wie wäre es mit einer ganz anderen Idee. Mal daran gedacht, dass jeder von uns seinen Beitrag leisten kann durch Energiesparen.

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  • Peter Schladt

    Das ‚Restrisiko‘ in Fukushima war vermutlich genau so ‚klein‘, wie bei den Schweizer Altreaktoren. Aber nur zu: ein Gau hier bietet die einmalige Möglichkeit, das Mittelland wieder zu renaturieren.

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  • Tom

    Vergleicht mal Umweltschäden von Atomenegie mit deren von CO2. Abgase fordern tausend mal mehr Gesundheitsschäden und Naturschäden als Atomenergie.. CO2 ist schleichend, Atom ist Medienwirksam – das ist der Unterschied.

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    • Steve

      Ja, CO2 läst unser Berge zu Ödniss erodieren, Klimawandel lässt Gletscher schmelzen. AKW sind bei uns sicher, ein höchst unwarscheinliches Risiko. CO2 ist ein 100% Risiko.

    • H Schnurr

      Hallo Tom. Und wie beurteilen Sie die Entsorgung des radioaktiven Mülls. Augen zu und durch, weiter so na klar!

  • Marco

    Grüne träume sind zwar schön, aber nicht realistisch. Öl und Benzin ersetzen geht nicht mit Sparen überrein. Dafür bräuchten wir 3 zusätzliche AKW. Lieberein kalkulierbares Restrisiko als ungehinderte CO2 Belastung.

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  • Peter Hirsch

    Wollen Sie in der Schweiz 2000 Windräder mit einer Höhe von 200 Meter aufstellen? Wollen Sie Braunkohle-Strom aus Deutschland? Wollen Sie die letzten Bergtäler fluten? Was ist eigentlich mit der NATUR?

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