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Freiburgerkuh ist definitiv ausgestorben

  • Silvan Kaufmann
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Die Pläne zur Wiederansiedlung der Freiburgerkuh müssen begraben werden. Die letztes Jahr im chilenischen Punta Arenas entdeckten Tiere gehören nicht der 1975 ausgestorbenen Rasse an.

Die kleinen, muskulösen, weiss-schwarzen Kühe waren vom Freiburger Hobby-Ahnenforscher Roger Pasquier entdeckt worden. Er hatte im südchilenischen Punta Arenas nach Spuren der 143 freiburgischen Familien geforscht, die zwischen 1875 und 1877 dorthin ausgewandert waren. Als Annick Monod, Journalistin bei der Freiburger Zeitung „La Liberté“, Anfang 2008 über Pasquiers Entdeckung berichtete, war die Aufregung gross. Denn bisher war man davon ausgegangen, dass der letzte reinrassige Stier der Freiburgerrasse 1975 in der Schweiz geschlachtet worden war.

Eine Analyse des Instituts für Genetik des Tierspitals Bern fiel nun jedoch negativ aus, wie die Stiftung Pro Specie Rara am 14. Mai mitteilte. Die DNA-Analyse habe sich ausserordentlich schwierig gestaltet, weil keine Proben von echten Freiburgerkühen mehr aufzutreiben waren. Trotz verschiedener Auswertungsmethoden sei aber klar geworden, dass die chilenischen Kühe zu wenig von den anderen Rassen in Südchile und von den ebenfalls schwarz-weissen Holsteinerkühen unterscheideten, als dass sie als Freiburgervieh definiert werden könnten.

Genährt worden war die Hoffnung der Artenschutzorganisation dadurch, dass die chilenischen Tiere äusserlich exakt dem echtem Freiburgervieh gleichen. Hinzu kam, dass sie in Südpatagonien isoliert lebten. Pro Specie Rara hoffte deshalb, dass sich gute Teile der aus der Schweiz exportierten Genetik erhalten hatten. Dem ist aber nicht so. Aus diesem Grund begrub Pro Specie Rara nun auch ihre Bemühungen zur Wiederansiedlung der Freiburgerkuh. 

www.lid.ch
Pro Specie Rara

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