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Fracking-Chemikalien stören Hormonhaushalt

  • Sophie Ryser
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Beim Fracking wird Erdöl oder Erdgas aus kleinen Poren und Rissen in Gestein gefördert. Dazu werden Wasser und verschiedene Chemikalien mit hohem Druck in den Boden gepumpt, dies bricht das Gestein auf und das Erdöl oder –gas kann entnommen werden. Dass dies gefährlich und umstritten ist, ist schon länger bekannt. Doch nun haben amerikanische Forscher zudem entdeckt, dass die verwendete Flüssigkeit verschiedene hormonähnlich wirkende Chemikalien enthält, sogenannte endokrine Disruptoren.

Dies berichten die Forscher im Fachmagazin „Endocrinology“. Und dabei bleiben die Stoffe nicht einfach in der Flüssigkeit und werden anschliessend wieder entfernt, sie finden sich auch im Grundwasser und Oberflächenwasser nahegelegener Orte. Untersucht wurden verschiedene Brunnen und Gewässer im US-Bundesstaat Colorado, wo im Moment die Erdgasförderung mittels Fracking sehr verbreitet ist. Analysiert wurden zwölf in der Fracking-Flüssigkeit enthaltene Chemikalien, und alle zwölf wirken als endokrine Disruptoren. Diese stören zum Beispiel den Östrogenhaushalt oder blockieren Testosteronrezeptoren. Dies kann unter anderem zu Unfruchtbarkeit führen.

Und dies kann nicht nur für den Menschen zum Problem werden. An einer Probenstelle war einige Jahre zuvor ein Leck aufgetreten. Eine Farm in der Nähe musste anschliessend aufgegeben werden, da die Tiere keinen Nachwuchs mehr produzierten. Es ist sehr gut möglich, dass dies an den hormonaktiven Stoffen im Wasser lag, welche die Tiere aufnahmen.

Immer neue Erkenntnisse zeigen also, wie gefährlich Fracking ist, und es scheint immer gefährlicher zu werden. Denn es verursacht nicht nur diverse Umweltschäden, auch die Gesundheit der Menschen und Tiere in den betroffenen Gebieten ist direkt davon betroffen.

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Bild: Joshua Doubek [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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