Fortschritt auf Malta

  • Stefanie Pfefferli
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Vom 14. September bis 2. Oktober fand das diesjährige Raptor-Camp mit rund 60 engagierten Vogelfreunden aus allen Teilen Europas auf Malta statt. Der NABU unterstützte das internationale Herbstcamp bereits zum achten Mal. Die Organisation vor Ort liegt traditionell in den Händen unseres maltesischen BirdLife Partners.
Mit „Raptors“  sind nicht die Übertäter gemeint, die noch immer skrupellos auf geschützte Vogelarten schiessen. Die englische Bezeichnung gilt den Greifvögeln, die alljährlich zu Tausenden die Mittelmeerinsel überqueren. Für viele Vogelarten wie der z.B. Wespenbussard gilt Malta als einer der wichtigsten Rastplätze auf dem Zugweg in die Überwinterungsgebiete. Die Einflüge der Greifvögel auf Malta führen zu regelrechten Exzessen unter Maltas Vogeljägern. Obwohl sie nach Gesetzeslage nicht geschossen werden dürften! Doch es ranken sich bis heute Mythen um die Jagd auf Wespenbussarde, die ebenso irrsinnig wie unzeitgemäss erscheinen: So soll ein junger Mann auf Malta mindestens einen Wespenbussard erlegt haben, bevor er heiraten darf.

Die Campteilnehmer versuchten alles ihnen mögliche zu tun, um unzähligen Wespenbussarden, aber Zugvögel sowie Störchen, Reihern, Bienenfressern und anderen Vögeln das Leben zu retten. Ständige Kontrollen quer über die Insel, dokumentierten von mehreren hundert Jagdvergehen und versuchten, die Bevölkerung für den Schutz der Kontinenten zu sensibilisieren gehören zu ihren Aufgaben. Maltas Regierung hatte sich erneut einen kleinen Schritt nach vorne bewegt und kurz vor Beginn der Herbstjagd erstmals die lang umstrittene Fallenjagd von Wachteln, Turteltauben, Goldregenpfeifern und Singdrosseln untersagt. Zuvor hatte die Europäische Kommission unmissverständlich klar gemacht, dass es für eine Fallenjagd auf Malta keine Ausnahmegenehmigung mehr geben dürfe.

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Urheber: Daniel Pettersson (Wikimedia Commons)

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