Mikroskop, Forschung

Forschen für die Praxis

  • Nora Kieselbach
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Damit Naturschutz effektiver wird, haben Forschende des Instituts für Ökologie und Evolution der Universität Bern Schweizer Naturschutzfachleute gefragt, welche wissenschaftlichen Informationen sie von der Forschung benötigen. Entstanden ist eine Rangliste der dringlichsten Forschungsthemen aus Sicht der Praxis. Diese soll Wissenschaft und Politik der Schweiz dabei unterstützen, Natur- und Biodiversitätforschung praxisnäher zu gestalten, wie die Universität Bern mitteilt.

Weltweit schreitet der Verlust der Biodiversität fort – dies lässt vielfach Zweifel aufkommen an der Effektivität der Naturschutz- und Biodiversitätsforschung. Deren Resultate finden nur selten einen Niederschlag in der Praxis, was daran liegen dürfte, dass die von der Wissenschaft bearbeiteten Themen oft weit an den Bedürfnissen des praktischen Naturschutzes vorbeigehen, und dass ihre Empfehlungen häufig praxisfern und schlecht umsetzbar sind. In einer Studie haben daher Biologinnen und Biologen Schweizer Naturschutzfachleute befragt, welche wissenschaftlichen Informationen sie für Ihre Arbeit benötigen und welche Dringlichkeit sie den einzelnen Themenbereichen zuordnen. Die Studie wurde nun im Journal „Biological Conservation“ publiziert.

Das Resultat ist eine Rangliste der wichtigsten Forschungsthemen im Naturschutzbereich, ergänzt mit konkreten Forschungsfragen, welche nach den verschiedenen Ökosystemtypen der Schweiz gewichtet wurden. Als besonders dringlich erachteten die Naturschutzexpertinnen und -experten demnach artspezifisches Wissen zum Schutz von bedrohten Pflanzen- und Wildtierarten, während Fragen zu theoretischen Konzepten des Naturschutzes oder zum Klimawandel als weniger wichtig eingestuft wurden.

Für alle Schweizer Ökosysteme standen zudem Fragen zur Integration von Schutz- und Nutzungsansprüchen im Vordergrund – insbesondere in Agrarökosystemen und touristisch stark genutzten alpinen Gebieten.

Weitere Informationen

Instituts für Ökologie und Evolution der Universität Bern

Bild: Tiberi77 [CC-BY-3.0] via Wikimedia Commons

 

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