Förderung Bioethanol

  • Gavino Strebel
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autobahn3Der Bundesrat will Bioethanol fördern. Am 27. Januar hat er die Rahmenbedingungen um den Absatz zu fördern beschlossen. Wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (lid) meldet, sind 2009 in der Schweiz knapp zwei Millionen Liter Bioethanol an rund 180 Tankstellen verkauft worden. Dies entspricht einem halben Promille des gesamten Benzinabsatzes. Damit sei Bioethanol weit von einem Marktdurchbruch entfernt.

Die geringe Verbreitung von Bioethanol habe mit zeitweise tiefen Benzinpreisen zu tun, aber auch mit der Diskussion über Agrotreibstoffe. Kritiker monieren, dass der Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung den Hunger in Entwicklungsländern verschärft. Gemäss dem Eidgenössischen Finazdepartement stammt das hierzulande hergestellte Bioethanol jedoch bisher vollständig aus Abfällen der Zelluloseproduktion. Seit der Schliessung des einzigen Bioethanolproduktionsbetriebs der Schweiz im November 2008 werde der Markt mit europäischem Bioethanol auf der Basis von Abfällen oder Rückständen aus der landwirtschaflichen Produktion versorgt. Damit gäbe es wie bisher im Bereich Bioethanol keine Überschneidung mit der Nahrungsmittelkette. Das dies jedoch so nicht immer stimmt, zeigt die Baubewilligung für eine Agrosprit-Anlage in Zurzach, welche Agrosprit aus Pflanzenmaterial herstellt, welches die Nahrungsmittelproduktion in Afrika konkurrenziert (vgl. folgenden Artikel).

Das langfristige Potenzial der Bioethanol-Produktion in der Schweiz werde auf 200 Millionen Liter geschätzt. Damit könnten jährlich 0,47 Millionen Tonnen CO2 reduziert werden, was ein beachtlicher Beitrag zur Erreichung der Klimaziele sei. Gemäss den Plänen des Bundesrates soll der Einsatz von Benzin mit fünf Prozent Bioethanol nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr über möglich sein.

Landwirtschaftlicher Informationsdienst (lid)

Informationen zu Bioethanol des Eidgenössischen Finanzdepartements

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